CO2-Ausstoß
Deutsche Autos stinken

Die Umweltbilanz der 20 größten Autobauer in Europa fällt vernichtend aus. Kaum ein Hersteller hat bislang den Schadstoffausstoß seiner Fahrzeuge so stark gesenkt, wie es zum Erreichen der selbst gesteckten Klimaschutz-Ziele nötig wäre. Die Deutschen schneiden schlecht ab, während Franzosen und Italiener glänzen. Nur ein heimischer Hersteller lässt hoffen.

HB BRÜSSEL. Das schlechte Abschneiden geht aus einer Untersuchung hervor, die von der europäischen Umwelt- und Verkehrsorganisation Transport & Environment (T&E) am Mittwoch in Brüssel veröffentlicht hat. Demnach haben bisher nur Fiat, Citroen und Renault das Ziel erreicht. Europas größter Autobauer Volkswagen habe die CO2-Emissionen dagegen noch nicht einmal halb so stark reduziert wie nötig, um 2008 einen durchschnittlichen Höchstwert von 140 Gramm pro Kilometer zu erreichen.

Auf dieses Ziel hatte sich die Vereinigung der europäischen Autohersteller (ACEA) 1998 freiwillig festgelegt. Die japanischen und koreanischen Herstellerverbände (JAMA und KAMA) wollen diesen Emissionswert bei in Europa verkauften Autos freiwillig ab 2009 einhalten.

6 Liter Verbrauch als Ziel

„Renault ist auf Kurs, während Volkswagen weit davon entfernt ist, obwohl Renault 1997 von einem höheren Emissionsniveau startete“, sagt Aat Peterse, Automobilexperte bei T&E. „Das Ziel ist also erreichbar, aber so lange die Automobilhersteller für ihre Versäumnisse nicht bestraft werden, wird es den nötigen Fortschritt nicht geben“.

Europa solle sich von den freiwilligen Zielvorgaben verabschieden und verbindliche Vorgaben für spritsparende Fahrzeuge machen, sagte Peterse. Spritverbrauch und CO2-Ausstoß stehen laut T&E in direkter Beziehung. CO2- Emissionen von 140 Gramm pro Kilometer sind laut dem Verband zu erreichen, wenn Pkw mit Benzinmotor durchschnittlich 6 Liter pro 100 km verbrauchen würden. Für Dieselfahrzeuge seien 5,3 Liter pro 100 km das Ziel.

Fiat führt

Drei Autohersteller haben bereits das Ziel erreicht und teils sogar stark übererfüllt: Fiat gekommen (140 Prozent des nötigen Fortschritts, Citroen (115 Prozent) und Renault (100 Prozent). Ford (95 Prozent) und Peugeot (94 Prozent) sind nah dran, mit Abstrichen auch Opel und dessen britische Schwestermarke Vauxhall (81 Prozent). Den Daten zufolge haben 7 Hersteller bisher weniger als die Hälfte der notwendigen Fortschritte gemacht. Bei den Deutschen sind das neben VW (48 Prozent) auch BMW (40 Prozent) und Audi (35 Prozent). Die Autoren der Studie gehen dabei von der Annahme aus, dass die Hersteller den CO2-Ausstoß ihrer Pkw-Flotte jährlich um den gleichen Prozentsatz reduzieren.

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