Consumer Electronics Show
Auto-Fernbedienung am Handgelenk

Das vernetzte Auto als Bestandteil des "Internet der Dinge": dabei will kein Autohersteller zu spät kommen. Auf der CES zeigt Mercedes unter anderem eine „Fernbedienung 2.0“, die auf einer smarten Armbanduhr beruht.
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Las VegasFrüher die Heimat von HiFi, Flachbild, 3D und Konsolen fällt der Consumer Electronics Show (CES), die vom 7. bis 10. Januar 2014, in Las Vegas stattfindet, heute eine neue Rolle als die Messe zu, auf der die Intelligenz des Autos bestimmt wird. Detroit lässt man das schöne Blech, Las Vegas bringt die inneren Werte.
Die „Consumer Electronic Show“ holt das Auto auf die Bühne – dass passt ungemein gut zu der immer wieder gern wiederholten Behauptung, für die Jugend von heute habe das iPhone eine größere Bedeutung als das Auto.

Richtig ist, dass Smartphone und Internet beim Nachwuchs rund ein Jahrzehnt früher als das Auto Begeisterung auslösen und Benutzerverhalten aufbauen. Damit muss die Automobilindustrie arbeiten. Das Auto wird daher mehr und mehr zum schnellen Internet-Hotspot mit einer Bedienlogik, wie man sie vom Smartphone kennt.Das ist eine der Herausforderungen, mit der die Auto-Entwickler heute leben müssen.

Die andere ist technischer Art. Von einer Auto-Generation zur nächsten dauert es fünf bis sieben Jahre. In dieser Zeit schafft die Cosumer-Elektronik im Zweifel zehn Generationswechsel. Das Auto, dessen Hard- und Software damit nicht fertig wird, hat in Zukunft keine Chance mehr.

Es hat also nichts mit Flucht vor dem europäischen Winter zu tun, wenn sich in dieser Woche díe Automobil-Experten in der Wüste von Nevada treffen. Man will sehen, wohin sich die Consumer-Elektronik bewegt. Und man will zeigen, wie gut die eigenen Produkte sich in dieser schönen neuen Welt behaupten.
Das Silikon Valley, zwar nicht in Nevada, aber nur ein paar hundert Meilen nordwestlich von Las Vegas in Kalifornien gelegen, ist immer noch das Zukunftslabor der Technologie. Hier sitzen die Großen wie Google, Twitter, Yahoo und Facebook mit ihren großen Entwicklungsabteilungen und dem Hang zu neuen Geschäftsmodellen. Hier sitzen aber auch immer noch scheinbar unendlich viele Start-ups und Forschungsinstitute, die neue Ideen vorantreiben.

Das Ohr am Puls der technischen Entwicklung – dafür hat Mercedes-Benz in diesem Jahr im Silikon Valley eine eigene Entwicklungsabteilung für Soft- und Hardware gegründet. Alle Mercedes-Benz-Apps entstehen hier in Sunnyvale. Hier spricht man mit den großen und allen die Technologien vorantreiben.

Auf keinen Fall wie man zu spät kommen, sondern den Takt angeben. Bei des CES übernimmt das für Mercedes-Benz unter anderem eine „Fernbedienung 2.0“, auch eine Idee, die von einem Start-up aus dem Valley stammt und auf einer intelligenten Armbanduhr beruht. 

Im Vorfeld der CES hatten die Stuttgarter ihre strategische Partnerschaft mit dem kalifornischen Start-up Pebble Technology bekanntgegeben. Dadurch erhält Mercedes-Benz exklusiv und frühzeitigen Zugang zu Hardware-Entwicklungen. Die Entwickler von Mercedes-Benz können so vorab auf die Hardware- und Softwareschnittstellen für automobile Anwendungen zugreifen. So können zum Beispiel die von Pebble Technology entwickelten intelligenten Armbanduhren nahtlos ins Fahrzeug integriert werden.

Welchen Nutzen zieht der Autofahrer jetzt daraus, dass das intelligent vernetzte Fahrzeug zum Teil des „Internet of Things“ wird? Die Entwickler haben die Digital-Drive-Style-App so überarbeitet, dass ein Mercedes-Benz mit der Smartwatch von Pebble Technology kommunizieren kann. Die Pebble-Uhr ist ein so genannter „second screen“ für das Smartphone.

Daraus ergeben sich auch Anwendungsbeispiele für den Automobilbereich: So könnten Fahrer auf ihrer Smartwatch Fahrzeuginformationen wie Tankfüllstand, Status der Schließanlage oder den Parkplatz auch außerhalb des Autos abrufen. Darüber hinaus ist denkbar, dass der Fahrer im Auto auf Gefahren, wie zum Beispiel Falschfahrer, zusätzlich durch ein Vibrieren der Armbanduhr aufmerksam gemacht werden könnte.

Agentur
ampnet 
Auto Medien Portal

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