Kein Wunder, ist der allradgetriebene Diesel von der rumänischen Renault-Tochter doch ein wirklich schönes Auto. Herrlich bullig und kompakt kommt er daher. Ich bin sofort ziemlich angetan, als ich mein neues Gefährt zum ersten Mal sehe.

Der Blick ins Wageninnere begeistert allerdings weniger. Es ist zwar viel Platz, aber besonders chic ist der Duster von Innen nicht. Die Ledersitze sind irgendwie hart und erinnern an Sitze in älteren Taxis. Das Armaturenbrett wirkt eher spartanisch, rustikal, aber doch zweckmäßig. Trotzdem: Ich bin doch ein bisschen mehr technischen Schnickschnack, ein bisschen mehr „Bordcomputer“ gewöhnt.
Nach einigen Tagen kommt mir der Gedanke, dass so wenig Extras, Ausstattung und Technik eigentlich kein Auto neueren Baujahrs haben kann. Habe ich etwas übersehen? Versteckt sich da vielleicht noch ein Bordcomputer anno 2012? Also greife ich zur Bedienungsanleitung, was ich sonst eigentlich nie tue. Das Buch lese ich tatsächlich fast von vorne bis hinten durch, es ist sehr übersichtlich, anschaulich und gut zu verstehen – aber leider kein Quell der Freude. Nichts, was ich noch nicht entdeckt hätte. Schade.
Der Dacia Duster ist kein leises Auto. „Du machst aber einen Krach“, ruft mir auf dem Parkplatz ein Freund durch das offene Autofenster zu, als ich den SUV starte.
„Piiiiiieeeep“ tönte es mehrmals auf der Fahrt nach Roermond. Ein Alarm bei Tempo 175? Oh je, wo liegt das Problem? Kein Anzeige, keine Fehlermeldung, keine auffälliges Fahrverhalten. Ein weiteres „Piiiieeep“ ertönt als ich später im Schritttempo über eine Verkehrsberuhigung ruckele – und dann sehe ich die kleine Leuchte aufblinken. Ich soll mich anschnallen! Oder besser: Meine Handtasche, die auf dem Beifahrersitzt gerade einen Hopser gemacht hat, soll es tun.
Das Getriebe ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Es muss relativ häufig geschaltet werden, sonst röhrt der Motor unangenehm oder bringt gar keine Power mehr auf die Straße. Vor allem der erste von sechs Gängen ist sehr kurz übersetzt.
Der Dacia Duster lässt sich extrem leicht rangieren und einparken. Das Auto ist sehr übersichtlich und hat einen kleinen Wendekreis, perfekt für die Stadt.
Sportliche Fahrer müssen sich umstellen, bei 107 PS sind Überholmanöver bei 140 km/h und mehr kaum noch zu schaffen – der Duster beschleunigt dann nur noch sehr langsam. Ein kleiner „Sprint“ ist nicht drin.
Der Kofferraum ist zwar eigentlich ziemlich groß, doch für Golfgepäck hat er die falschen Ausmaße. Das Golfbag passt nur quer in den Kofferraum, der längste Schläger muss weichen.
Vielen Frauen schminken sich bekanntlich im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Wenn es zeitlich eng wird, greife auch ich im Auto zu Lippenstift und Mascara. An der Ampel schnell die Sonnenblende runtergeklappt und ruckzuck sitzt das Make-up. Nur nicht im Dacia Duster – er hat nämlich keinen Schminkspiegel.
Dass die Zentralverriegelung nicht automatisch die Türen verriegelt, wenn es losgeht, ist unpraktisch. Frauen stellen ihre Handtaschen oft auf den Beifahrersitz. Ist die Tür unverschlossen, kann die Tasche samt Inhalt an der nächsten Ampel schnell den Besitzer wechseln.
Einen kleinen Schreck bekommen von modernen Autos verwöhnte Fahrer anfangs immer, wenn sie den Motor anlassen. Ziemlich rau springt der Diesel an, es klopft und hämmert, es ruckelt und zuckelt – ein kleines Erdbeben unter dem Sitz.
„Klingt wie ein alter Diesel aus den 80er-Jahren“, bekomme ich während meiner beiden Testwochen öfter zu hören. Damals bin ich noch nicht selber Auto gefahren, aber eine vage Erinnerung habe ich. Und wie die Diesel damals braucht auch der Duster ein wenig Zeit, bis er warm ist und in ein erträgliches Grummeln verfällt.
Viele Pferdestärken bringt der Duster nicht auf die Straße: Gerade mal 109 PS hat er unter der Haube – nichts für sportliche Fahrer. Denn spritzig ist er definitiv nicht und bei Tempo 175 ist laut Tacho sowieso Schluss. Der SUV ist auch alles andere als ein Leisetreter – nicht nur der Diesel knattert dann mächtig, auch die Windgeräusche sind nicht ohne.

Der Dacia-Duster im Vergleich ist wie Äpfel mit Birnen vergleichen.Den PS-Protzen sollte eh das aggressive Lichtgehupe und drängel auf Autobahnen endlich mit einem Tempolimit erschwert werden.Für die sind mit 180 KMh Vorausfahrende immer noch lahme Krücken denen man auf die Pelle rücken muß.Die ohnehin Unbelehrbaren treffen sich dann ohne Führerschein mit Bus und Bahn bei der MPU ("Idiotentest").
Ich fahre den Duster Prestige 4x4 Diesel seit genau einem Jahr (18.000 KM) und es ist einfach ein Spassauto.Der Neupreis mit Vollausstattung, ESP-ABS- Radio-elektr.Fensterheber vorne-Klimaanlage-extra Winterbereifung mit Felgen und Schneeketten lag bei 20.600 EURO.
Extra Winterreifen und Ketten für zusammen 700 EURO sind eigentlich überflüssig, da der Duster mit Ganzjahresreifen ausgestattet ist. Aber ich bin ein Mensch der gerne Gürtel und Hosenträger trägt.....
Der Verbrauch liegt zwischen 6 und 8 ltr.Diesel p. 100 Kilometer, je nach Beladung und Fahrweise.Als Bewohner des Hochschwarzwaldes mit entsprechender Berg-und Tal-Topographie hatte ich im vergangenen Winter die Lacher auf meiner Seite, als Edelkarossen mal wieder reihenweise an Steigungen hängen blieben.
(Ein Grund warum ich mich von Mercedes nach vielen Jahren verabschiedet habe und nie einen BWW im Hochschwarzwald fuhr.)
Nach 18.000 Kilometer Autobahn-Landstrasse-Passfahrten in den französischen Alpen im Winter nicht eine Reparatur, kein Nachbesssern, bis auf einen halben Liter Motorenöl nachfüllen.
Nach der Vorstellung einiger "Experten" soll ein SUV die Eigenschaften eines Rennwagens und Unimog in sich vereinen. Selbst Fahrzeugtester scheuen nicht die Angaben von soundsoviel Sekunden von Null auf Hundert.
(Mein Duster braucht 12 Komma irgendwas Sekunden...)
Wir fahren in der Familie noch einen AUDI TT Roadster und einen Opel Astra. Interessant am Rande: Bei extremen Winterverhältnissen steht mein Auto nie in der Garage, sondern wurde entweder von meiner Frau oder meiner Tochter "geklaut".

Ach, jeh. Ob ein SUV, und sei es noch so "kompakt", wirklich die richtige Basis für ein wirtschaftliches Kurzstreckenfahrzeug ist? Dazu noch ein Diesel? Da ist dann ein Verbrauch von acht Litern eher als Disziplinarmaßnahme zu verstehen. Ich selbst fahre das Fahrzeug bisher mit Verbräuchen zwischen 4.7 und 6.5 l/100km, das kommt mir nicht wirklich unmodern vor. Wäre ich in der glücklichen Situation, nur 2.5 km vom Arbeitsplatz entfernt zu wohnen, würde ich das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen. Ich freue mich dennoch über den halbwegs fairen Test.

Nach 2 Jahren Duster ist meine Erfahrung in Bezug auf "Spritzigkeit" eine andere. Gerade in Bezug auf die Beschleunigung unter 100 kmh braucht er keinen Vergleich mit meinem BMW 318d scheuen. Allerdings wird er auf der Autobahn etwas laut. Wobei ich schon manchen Luxusklassewagenfahrer sichtlich geschockt habe, als ich ihn auf der Autobahn zügig überholte. Denn die Beschleunigung ist auch oberhalb 160 kmh leicht zu unterschätzen. Er schafft übrigens über 180. Aber das will man ja eigentlich nicht mit so einem Fahrzeug, den ich eigentlich als optimal für Straße/Gelände erachte. Qualitätsmängel in der Verarbeitung musste mein Autohaus schon (problemlos) ausbessern, aber nach dieser Zeit bin ich zufrieden wie am esten Tag und zufriedener als mit meinem BMW.
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