Dacia Duster im Test: Der König der Karpaten

Dacia Duster im Test
Der König der Karpaten

Ein ausgewachsenes SUV für weniger als 20.000 Euro in der Topausstattung? 14 Tage mit dem Dacia Duster Prestige beantworten die Frage, ob der Rumäne nur billig oder einfach seinen Preis wert ist.
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DüsseldorfDas sibirische Hoch Cooper lässt die Benzingespräche an der Tankstelle frostig knapp ausfallen. Während Diesel in den weißen Dacia Duster gluckert, befüllt der Säulennachbar seinen betagten Audi 100 mit bleifreiem Superkraftstoff. "Neu?" stößt er schließlich durch eine Atemwolke hindurch. Ich nickte zustimmend. - "Koreaner?" - Ich schüttle den Kopf. - "Japaner?" - "Nö. Rumäne. Dacia." - "Teuer?" - Ich schüttle den Kopf. - "Ich tippe mal auf 26.000, 27.000." - Jetzt bricht das Eis. "Nein", referiere ich, "18.790 Euro mit allem Brimborium. Allrad, Alus, Leder, Klima, ordentliche Musik, viel Platz, Technik von Renault." Das Klicken der Zapfpistolen und der Frost beenden das Gespräch mit einem anhaltenden, anerkennenden Nicken des Audi-Fahrers.

Das Topmodell der Duster-Reihe in der Ausstattungsreihe "Prestige" ist angetreten, um innerhalb von zwei Wochen Alltagstest eine schlüssige Antwort auf die Frage zu formulieren: Ist der Dacia nun ein billiges Auto? Oder ist er einfach nur preiswert? Die äußere Erscheinung beantwortet die Frage mehr als deutlich. Der Duster streckt sich schick und modern über modern und gefällig geformte 4,31 Meter Länge.

Vier Türen erlauben den bequemen Zustieg zu allen Plätzen. Die Heckklappe schwingt so weit nach oben, dass 1,90 Meter mit Hut darunter stehen und das Ladeabteil bequem beladen können. 443 Liter Stauvolumen beim Fünfsitzer sind ordentlich. Zumal das Abteil unter der Abdeckung glattflächig ist. Unter der Bodenabdeckung nehmen zwei tiefe Mulden jede Menge Krimskrams auf, der darüber hinaus gut gegen neugierige Blicke geschützt ist.

Der Innenraum des Duster nimmt sicher nicht für sich in Anspruch, dereinst in der Autowelt als Stil-Ikone reüssieren zu wollen. Die Linien sind freilich ordentlich gezeichnet, die Übersichtlichkeit von Armaturen und Bedienelementen gibt keinen Anlass zu meckern. Die Materialien für die Oberflächen demonstrieren den Unterschied zwischen billig und preiswert nachhaltig.

Nach tausend Kilometern mit drei Sieben- bis Elfjährigen im Fond und zwei Hunden im Heck erlauben die schlichteren, aber robusten Materialien die rückstandslose Spurenbeseitigung mit Wurzelbürste und Haushaltsreiniger binnen weniger Minuten.

Überhaupt würden die Leihgeber des Dacia staunen, welche Abenteuer im Alltag der Duster überstehen muss: einen 50-Zoll-Plasmafernseher beispielsweise nach bequemer Zuladung befördern; oder am darauf folgenden Samstag eine Occasion Gartenmulch in drei Fuhren, die das maximale Ladevolumen von 1.604 Litern voll in Anspruch nehmen.

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