Dacia Lodgy
Raumriese zum Zwergenpreis

Weder Status noch Schnickschnack, dafür viel Auto für wenig Geld - das ist Dacias Erfolgsrezept. Kaum ein Modell zeigt das so extrem wie der neue Familien-Van Lodgy. Er transportiert das Leben, nicht den Lifestyle.
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BerlinIm Volumensegment ist die rumänische Renault-Tochter bereits angekommen. Nach dem Geländewagen Duster versucht Dacia sich nun in einer weiteren Nische: mit einem Van. Spartanisch ausgestattet und mager motorisiert, startet der Lodgy bereits für 9990 Euro und ist damit das billigste Großraummodell am Markt. Wenn man die Fenster nicht von Hand kurbeln möchte, eine geteilte Rückbank verlangt und die Sitze sechs und sieben in die dritte Reihe bauen lässt, wird der Van zwar schnell einige Tausend Euro teurer. Doch vornehmere Konkurrenten wie der VW Touran oder der feine Bruder Renault Scénic kosten leicht das Doppelte.

Die Form folgt der Funktion - bei kaum einem anderen Auto wird dieser Designgrundsatz so konsequent eingehalten wie bei dem 4,50 Meter langen und 1,71 Meter hohen Lodgy. Wo die Nobelmarken Sicken ins Blech pressen, Lichtkanten setzen, glänzende Zierleisten montieren und die Scheinwerfer wie Edelsteine glitzern lassen, ist der Dacia eine schlichte, schnörkellose Kiste aus Blech. Glatte Flächen, große Fenster, riesige, weit aufschwingende Türen und eine fast senkrechte Heckklappe: Praktisch, nicht pfiffig war die Devise der Designer. Aber weil man mit einem Dacia ohnehin keinen Staat machen kann, muss er auch nicht wie ein Statussymbol aussehen.

Auch innen ist der Wagen betont nüchtern gehalten. Man blickt auf viel Kunststoff, sieht zwischendurch sogar mal blankes Blech und sucht vergebens nach Ambiente-Beleuchtung, Softtouch-Beschichtungen oder Silikon-Dämpfern. Und wer mehr als ESP und vier Airbags möchte, zahlt extra. Zum Beispiel für elektrische Fensterheber oder Klimaanlage. Trotzdem bietet der Lodgy ein paar Überraschungen.

Die Fensterheber sind gegenüber den anderen Dacia-Modellen endlich aus der Mittelkonsole in die Türen gewandert. Die Materialqualität wirkt besser als in Sandero oder Duster. Und auf Wunsch gibt es sogar ein Navigationssystem. Das ist mit seinem großen Touchscreen leicht zu bedienen und mit 430 Euro Aufpreis unschlagbar günstig - billiger gibt es den Festeinbau sonst nirgends.

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