Dagegen wirkt selbst der Q7 zierlich
Cadillac Escalade: Luxusdampfer auf vier Rädern

Mittlerweile fahren Geländewagen selbst in den USA mit heftigem Gegenwind. General Motors will die Marke Hummer abstoßen, der Ford Pick-up F-150 wurde zum ersten Mal von der Spitze der Zulassungsstatistik gestürzt, und bei Chrysler werden die Jeeps immer kleiner.

dpa-infocom HAMBURG. Doch allen Schrumpfkuren, Spardieseln und Hybrid- Konzepten zum Trotz gibt es die alten Dickschiffe noch immer. Eines davon ist der Cadillac Escalade, der wie kein anderer den automobilen Überfluss der Generation XXL demonstriert. Der Achtzylinder ist mit seinen sechs Litern fast so groß wie bei einem LKW, seine fünf Meter sprengen viele europäische Parkplätze, und die sieben Sitze legen den Vergleich mit einem Kleinbus nahe. Außerdem glänzt der Allradler mit einer Klimaanlage, die den Passagieren in drei individuellen Zonen auf Knopfdruck die Arktis oder die Sahara vorspielt.

Immer im Mittelpunkt

Wer mit dem Escalade unterwegs ist, steht immer im Mittelpunkt. Denn übersehen kann man den Wagen, gegen den selbst Audi Q7 und Mercedes GL seltsam zierlich aussehen, nun wirklich nicht. In den USA geht so ein Fahrzeug vielleicht noch immer in der Menge unter. Aber in Deutschland ist der Escalade für Leisetreter ganz sicher die falsche Wahl. Kein Wunder, dass er vor allem von Musikern, TV-Stars und anderen Selbstdarstellern gefahren wird.

Obwohl das Dickschiff vor allem für das gelassene Gleiten auf amerikanischen Highways entwickelt wurde, hält sich der Wagen auch auf deutschen Straßen wacker: In der Stadt muss man beim Rangieren zwar ein bisschen öfter Kurbeln. Aber kaum hat man das Ortschild hinter sich gelassen, wird der Escalade zum Blutdrucksenker und lässt alle Anspannung von einem abfallen: Erhaben platziert auf einem fahrenden Hochsitz genießt man den Blick bis zum Horizont und die große Gelassenheit, mit der es unaufhaltsam vorwärtsgeht, als säße man auf Wolke Sieben.

Bei Vollgas wird das Dickschiff zum Rennboot

Dafür haben die Amerikaner unter die gewaltigen Haube einen V8 gesteckt, der mit 6,2 Liter Hubraum, 301 kW/409 PS und 565 Newtonmeter aufwartet. Natürlich muss man für diese Werte an der Tankstelle eine teure Zeche zahlen, aber dafür imponiert der Achtzylinder mit bärigen Kraftreserven. Trotz seiner 2,6 Tonnen stürmt der Luxusdampfer bei Vollgas voran wie ein Rennboot. Die am Lenkrad angeschlagene Automatik sortiert feinfühlig die Gänge, der Motor klingt kehlig und lustvoll, und bis Tempo 100 vergehen nur 6,8 Sekunden. Viel mehr als 170 Stundenkilometer (km/h) schafft der Wagen allerdings nicht.

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