Das Rennen um das bessere Einstiegskonzept ist noch nicht entschieden
Beim Start zeigt sich Mini spritziger als Smart

Mini und Smart sind nur schwer vergleichbar. Allein preislich spielen sie in verschiedenen Ligen. Doch beide Autos markieren den Einstieg einer Premiummarke in ein neues Segment.

FRANKFURT/STUTTGART. Wäre der Einstieg in ein neues Fahrzeugsegment ein Kurzstreckenrennen, stünde der Sieger fest: Der Mini aus dem Hause BMW ist deutlich besser aus den Startlöchern gekommen als vor gut vier Jahren der Smart von Daimler-Chrysler, der erst langsam zu einem Erfolg zu werden scheint. Doch der Erfolg neuer Automobil- Konzepte entscheidet sich nicht auf kurzer Distanz, das Rennen hat viele Runden.

Das erste volle „Mini-Jahr“ unter dem Dach von BMW ist sehr gut gelaufen. Die ursprüngliche Prognose von 100 000 Fahrzeugen haben die Bayern mit 144 000 verkauften Minis deutlich übertroffen. Das Geburtsland des kleinen Flitzers ist bislang auch der stärkste Markt: Mehr als ein Viertel wurden in Großbritannien verkauft, etwa jedes sechste Fahrzeug jeweils in Deutschland und in den USA . Auf der Detroit Motor Show ist der Kleine sogar zum „Auto des Jahres“ gewählt worden. Vertriebschef Michael Ganal rühmt sich daher, „nicht nur das Segment der Premium-Kleinwagen kreiert zu haben“, sondern auch den ersten „globalen Kleinwagen“ geschaffen zu haben. Premium hat seinen Preis: Unter 15 000 Euro ist der Mini kaum zu haben, beim üppiger ausgestatteten Cooper S ist der Käufer schnell 20 000 Euro los. Den Smart gibt es dagegen ab 8 500 Euro. Er wird in 24 Ländern verkauft; neben Europa ist er auch in Japan, Taiwan oder Südafrika zu haben.

Die Ausgangsbasis der deutschen Premiumhersteller beim Betreten von Neuland könnte unterschiedlicher kaum sein. BMW setzt mit dem Mini auf die Retro-Welle, profitiert dabei von einer Marke mit hohem Bekanntheitsgrad und einem guten Image, Daimler-Chrysler kreierte mit dem Smart ein völlig neues Auto, musste sich ein Image erst erarbeiten. Nach einem äußert schwierigen Start hat der Smart mittlerweile besonders in südeuropäischen Großstädten Kultstatus. Neben dem Stadtflitzer kommen im Frühjahr der Roadster, das Coupé und ein Jahr später der Viersitzer. Der in den Niederlanden produzierte Forfour („für vier“) solle 2005 auf Basis von 80 000 Einheiten die Gewinnschwelle erreichen, sagte Mercedes-Benz-Chef Jürgen Hubbert am Dienstagabend. Von 2005 an will Smart mit einer in Brasilien gefertigten Variante des Viersitzers endlich auch den US-Markt erobern.

„Aus dem Mini eine richtige Familie zu machen, dürfte weit schwieriger sein als beim Smart“, urteilt Georg Stürzer, Analyst bei der Hypovereinsbank. Denn das Erscheinungsbild ist durch sein Vorbild eingeengt. Neben einem Cabrio ist eigentlich nur noch ein Mini-Kombi möglich. BMW-Chef Helmut Panke sieht das anders: Er kann sich durchaus weitere Varianten vorstellen. Der Mini lebe nicht nur von der Form, sondern stehe für „Emotion, Fahrgefühl, Chic und Extrovertiertheit“ – ein Konzept, das ausbaufähig sei.

Beim Ergebnisbeitrag liegt der Mini vor dem Smart. Er lieferte bereits 2001 einen, wenn auch „minimalen“ Ergebnisbeitrag, während der Smart nicht vor 2004 operativ in die Gewinnzone kommen soll. Nach Berechnungen des WestLB- Autoanalysten Arndt Ellinghorst wird zwar der Umsatzanteil des Smart an Mercedes-Benz von aktuell 3 % auf 5 % im Jahr 2005 steigen, der operative Ergebnisbeitrag aus dem Fahrzeugabsatz wird jedoch 2 % nicht übersteigen. Sein Kollege Henrik Lier schätzt dagegen, dass der Mini bei BMW bereits in diesem Jahr mehr als 2,3 % zum Ergebnis beitragen wird.2,3 % kommt.

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