Test + Technik

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Der A5 als Gebrauchter: Audi mit Schokoladenseite

Der Audi A5 gilt gemeinhin als Schönling der Modellpalette der Ingolstädter. Doch der Wagen mit der bewährten Technik aus der Mittelklasse-Limousine A4 hat deutlich mehr zu bieten, als nur gut auszusehen.

Teilt sich die solide Technik mit dem A4: der Audi A5, hier ein Exemplar des Coupés aus dem Erscheinungsjahr 2007 Quelle: dpa
Teilt sich die solide Technik mit dem A4: der Audi A5, hier ein Exemplar des Coupés aus dem Erscheinungsjahr 2007 Quelle: dpa

BerlinIm Rückspiegel gesichtet, ähneln sich die meisten Audi-Modelle zwar stark. Die markante Seitenlinie des Coupés auf A4-Basis verschafft dem Wagen jedoch das gewisse Etwas. Von seiner Schokoladenseite zeigt sich der A5 in der Pannenstatistik des ADAC: In dem aktuellen Zuverlässigkeitsranking des Clubs ist er der Primus in der Kategorie der Mittelklasseautos.

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Die Mängelliste fällt entsprechend kurz aus: Der ADAC stellte bei Panneneinsätzen defekte Kühlwasserpumpen bei Exemplaren der Baujahre 2009 und 2010, streikende Zündspulen (2009) und Schäden an Automatikgetrieben (2008) fest. Auch bei der Hauptuntersuchung macht der Audi A5 unterm Strich eine gute Figur. Als Hauptmängel nennt der "TÜV Report 2012" für die drehmomentstarken Dieselmotoren zu schwach dimensionierte Kupplungen. Und wenige A5-Fahrer berichten demnach über unsauber eingepasste Dichtgummis, die für Windgeräusche sorgten.

Gebrauchtwagen-Check

Audi brachte das Coupé A5 im Jahr 2007 auf den Markt, im selben Jahr debütierte die vierte Auflage des Technikspenders A4. Zwei Jahre später kamen der Fünftürer A5 Sportback mit Fließheck sowie die Cabrio-Version als Ersatz für den offenen A4 in den Handel. 2011 überarbeitete Audi die Modellreihe, das Facelift brachte unter anderem nachgezogene Linien an Kühlergrill, Heck und Flanken und einen leicht geänderten Innenraum.

Topmodell der Baureihe ist der RS5 mit 450 PS starkem V8-Motor. Die übrigen Benziner leisten zwischen 160 PS und 354 PS. Diesel gibt es mit 143 PS bis 245 PS Motorleistung. Zum Einsatz kommen Aggregate mit acht, sechs und vier Zylindern.

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Die Preisspanne auf dem Gebrauchtmarkt reicht beim Audi A5 weit auseinander: Mit 18.300 Euro steht der A5 1.8 TSFI mit 170 PS von 2007 in der Schwackeliste - bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 71.200 Kilometern. Wer sich nach einem S5 Tiptronic mit 354 PS aus dem gleichen Jahr mit ähnlich viel Kilometern auf dem Tacho umsieht, muss mit 27.850 Euro rechnen. Für das Topmodell RS5 S-tronic des Baujahrs 2010 (34.800 Kilometer) werden laut Schwacke noch mehr als 53.000 Euro fällig. Ein gebrauchter A5 2.0 TDI Sportback DPF von 2010 mit 170 PS (45.450 Kilometer) kostet demnach rund 24.000 Euro.

Was es beim Gebrauchtwagenkauf zu beachten gibt

  • Fahrzeugbesichtigung

    Die Mängelsuche beginnt mit einem Rundgang ums Auto. In aller Ruhe sollten Spalte an Stoßfängern, Türen und anderen Anbauteilen in Augenschein genommen werden. Gibt es Unterschiede bei den Spaltmaßen, lässt das meist auf einen Unfallschaden schließen. Gleiches gilt, wenn Reifen unterschiedlich stark abgefahren sind oder das auf den Fahrzeugleuchten angegebene Produktionsdatum nicht mit dem Baujahr des Autos übereinstimmt. Dann wurden die Leuchten schon einmal ausgewechselt - möglicherweise nach einem Crash.

  • Papiere prüfen

    Vor allem bei jüngeren Gebrauchtwagen sollte es unbedingt ein Serviceheft geben, in dem die Fahrzeugwartung lückenlos dokumentiert ist. Zusätzliches Vertrauen schaffen Kundendienstrechnungen, Reparaturnachweise und Prüfberichte. Viele Vorbesitzer im Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) könnten trotz allem auf ein Montagsauto hindeuten - mehr als zwei Halter in fünf Jahren oder drei in sieben Jahren sind verdächtig.

  • Blick unter die Haube

    Abgeplatzter Lack und Beschädigungen an Schraubverbindungen der Karosserieteile im Motorraum können ein Hinweis auf größere Reparaturen sein. Ölspritzer und Wasserflecken begründen den Zweifel an einem einwandfreien Antrieb. Aber auch ein sehr sauberer Motorraum sollte stutzig machen: Mit einer Motorwäsche könnten Spuren beseitigt und Undichtigkeiten kaschiert worden sein.

  • Rostsuche

    Um Korrosionsschäden an der Karosserie auf die Spur zu kommen, lohnt ein Blick in verborgene Ecken, etwa unter den Kofferraumteppich, hinter die Tankklappe und in die Radkästen. Mit etwas Fingerspitzengefühl lässt sich Rost hinter den Schwellern ertasten. Korrosion unter dem Lack ist an einer welligen oder pickeligen Oberfläche zu erkennen. Muffiger Geruch im Innenraum deutet auf Feuchtigkeit im Wagen hin. In diesem Fall nach Möglichkeit den Teppich anheben und nach Wasserpfützen und Rost suchen.

  • Lack-Check

    Ausgebesserte Unfallschäden lassen sich mit bloßem Auge oft nicht erkennen. Indizien dafür sind Farbspuren an eigentlich unlackierten Teilen wie Gummidichtungen und Federbeinen sowie unterschiedlich helle oder matte Lackstellen, die am besten im Tageslicht zu sehen sind. Wenn der Verdacht besteht, dass einzelne Stellen nachlackiert wurden, kann eine Lackdichtenmessung in einer Werkstatt Gewissheit schaffen.

  • Systemtest

    Vor der Probefahrt sind sämtliche Fahrzeugfunktionen zu testen - von der Klimaanlage über elektrische Außenspiegel oder Sitzheizungen bis zum Radio. Unterwegs bleibt die Musik aus, da sie verdächtige Fahrgeräusche übertönen könnte. Beim Einschalten der Zündung müssen die Kontrollleuchten im Cockpit wie für ABS, ESP und Airbags kurz aufleuchten und beim Motorstart erlöschen. Leuchten einzelne Lämpchen weiter oder blinken sie erst gar nicht auf, stimmt etwas nicht. In der Bedienungsanleitung eines Autos sind alle Kontrollleuchten aufgeführt.

  • Probefahrt

    Mal eben eine Runde ums Autohaus zu drehen, reicht nicht. Zur Probefahrt gehören eine Überlandetappe mit mehr als 80 km/h und eine Autobahnfahrt mit 120 km/h. Denn Mängel wie eine verzogene Spur, eine ausgeschlagene Lenkung oder defekte Stoßdämpfer machen sich meist erst bei höheren Geschwindigkeiten bemerkbar. Ein Fahrzeug zieht dann zur Seite, fühlt sich schwammig an oder liegt schlecht in der Kurve. Eine hakelige Schaltung, starke Vibrationen und Ruckbewegungen deuten auf Antriebsprobleme hin.

  • Tachostand

    Bei älteren Autos mit vielen Gebrauchsspuren, aber nur geringer Laufleistung könnte der Tachostand manipuliert sein. Kilometerangaben im Inspektionsheft, auf Prüfberichten, Werkstattrechnungen oder dem Ölwechsel-Aufkleber im Motorraum lassen womöglich einen Betrug auffliegen. Aufschluss darüber könnten auch Nachfragen bei den Vorbesitzern geben, mit welchem Kilometerstand der Wagen jeweils weiterverkauft wurde.

  • Sachverständiger

    Sobald auch nur geringste Zweifel daran aufkommen, dass ein Gebrauchter unfallfrei und technisch in Ordnung ist, sollten Kunden das Auto vor dem Kauf von einem unabhängigen Sachverständigen von TÜV, GTÜ, KÜS oder Dekra begutachten lassen. Das lässt sich in der Regel gut mit einer Probefahrt vereinbaren. Ist der Verkäufer damit nicht einverstanden, könnte er etwas verbergen wollen. Dann gilt grundsätzlich: Finger weg und nach einem anderen Auto suchen.

  • Seriösen Anbieter erkennen

    Ein vertrauenswürdiger Gebrauchtwagenanbieter spricht offen über Vorschäden und Mängel an einem Auto. Er liefert eine lückenlose Fahrzeugdokumentation und im besten Fall ein technisches Gutachten von unabhängiger Stelle mit. Kunden dürfen den Gebrauchten in Ruhe besichtigen, ausführlich Probe fahren, und sie bekommen genügend Bedenkzeit vor dem Kauf. Bei Privatverkäufern gibt es meist günstigere Preise, bei Händlern dafür eine Gebrauchtwagengarantie. Oft können kleine Händler bessere Preise machen als große, da bei ihnen weniger Gemeinkosten auflaufen.

Quelle: dpa
  • 10.09.2012, 08:12 UhrFTX

    Der A5 ist nicht nur schön, sondern auch technisch gelungen. Keine Störungen mit TDI - Motor - er läuft und läuft und läuft... Sparsam ist er auch noch. Bin einfach sehr zufrieden.

  • 09.09.2012, 18:55 Uhrk430248

    Die A5 mit Turbo-Benzin-Motoren (klasse Maschinen eigentlich) haben gelegentlich einen flotten Ölverbrauch. Sollte man sich bestätigen lassen, laut Handbuch ist bis zu 1/2l auf 1000 normal und Stand der (Audi-)Technik........

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