Der Honda Jazz als Gebrauchter
Im Trend, - und doch untypisch

Der Honda Jazz steht beispielhaft für einen Trend im Autobau: Kleinwagen werden immer erwachsener. Allerdings haben gerade jüngere Modelle einige ärgerliche Schwächen bei der Elektrik.
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BerlinHonda ist der größte Motorenhersteller der Welt. Das Programm der Japaner umfasst neben Automobilen und Motorrädern aller Arten und Hubraumklassen auch Industriegeräte wie Aggregate und Stationärmotoren, Garten- und Flurpflegegeräte, ATVs und Quads sowie Außenbordmotoren und Schlauchboote. In Deutschland ist das Unternehmen zwar schon 52 Jahre vertreten, aber sehr lange hat der Hersteller den Kleinwagenmarkt der Konkurrenz überlassen. Es dauerte bis 2002, bis Honda in Deutschland einen Kleinwagen anbot. Und der "Jazz" gilt heute noch als vielseitiger kleiner Stadtflitzer.

Aufgrund des steigenden Platzangebots und Fortschritten bei der Sicherheitstechnik genügen Kleinwagen so manchem Halter inzwischen als Erstfahrzeug. Diese Entwicklung hat auch der Jazz mitgemacht - der technische Reifeprozess verlief bei dem Japaner hingegen untypisch: Laut dem ADAC sind vor allem jüngere Fahrzeuge pannenanfällig. Nach Erkenntnissen des Automobilclubs versagten bei Exemplaren der Baujahre 2009 bis 2011 oft Zündanlagen und -kerzen. Sehr häufig gebe es auch Batterieprobleme durch Defekte an den Innenbeleuchtungsschaltern.

Mit Blick auf die Platzierungen des Honda Jazz in der ADAC-Pannenstatistik stellt der Club fest: "Anfangs ein sehr zuverlässiges Fahrzeug. Später wegen der Elektrikprobleme stark abgefallen." Bei der Kfz-Hauptuntersuchung fällt die aktuelle Modellgeneration dem «TÜV Report 2013» zufolge hauptsächlich mit verschlissenen Bremsscheiben auf.

Die Bremsleitungen neigen demnach ab einem Alter von fünf Jahren zu Rost. Beim Vorgängermodell sind aussetzende Benzinpumpen aufgrund durchgebrannter Sicherungen das Hauptmanko. Insgesamt aber weise der Jazz weit weniger Mängel als das Durchschnittsauto auf, berichtet der TÜV.

1984 kam der erste Honda Jazz auf den Markt. Dies war ein typischer Kleinwagen für seine Zeit: kastenförmig gezeichnet, mit zwei Türen. Dieser Vorbote wurde in Deutschland allerdings nur zwei Jahre lang angeboten. 2002 schlugen die Japaner ein neues Kapitel auf: Sie präsentierten einen Viertürer mit steilem Heck als Voraussetzung für vergleichsweise viel Stauraum. Die seit 2008 angebotene dritte Generation ist serienmäßig mit einem Schleuderschutz ausgestattet. Außerdem baut Honda seitdem eine flexible hintere Sitzreihe ein, die umgeklappt eine für die Kleinwagenklasse recht lange und hohe Ladefläche freigibt.

Zuletzt gab es zum Frühjahr 2011 eine Modellpflege für den Jazz. Bei der Motorenpalette zeigt sich Honda weniger flexibel als beim Innenraumkonzept, hat dafür aber seit 2011 einen 65 kW/88 PS starken Hybriden im Programm. Die Vierzylinder-Benziner der zweiten Generation mit 1,2 und 1,4 Litern Hubraum leisten 57 kW/78 PS und 61 kW/83 PS. Die in Sachen Effizienz und Schadstoffausstoß verbesserten Ottomotoren der aktuellen Auflage kommen auf 66 kW/90 PS und 73 kW/100 PS. Diesel gibt es keine.

Wer auf dem Gebrauchtwagenmarkt nach einem der eher seltenen Hybride sucht, sollte für ein Exemplar vom Baujahr 2011 laut der Schwacke-Liste mindestens um die 13.850 Euro einplanen. Im Fall des Jazz 1.3 DSi i-VTEC IMA CVT Comfort gehen die Preis-Experten von 23.000 Kilometern Laufleistung aus.

Ein konventioneller Benziner von 2008 wie der Jazz 1.4 i-VTEC Exclusive mit 73 kW/100 PS kostet noch rund 9.750 Euro (59.000 Kilometer). Aber auch schon für etwa 2.850 Euro sollte der kleine Japaner zu haben sein: Diesen Richtpreis nennt Schwacke für einen Jazz 1.4 S mit 61 kW/83 PS aus zweiter Generation (131.000 Kilometer).

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