Der Rost war schneller
Der Alfasud - Von Pech und Pannen verfolgt

dpa/gms NEAPEL. Der Alfasud hätte das Zeug gehabt, ein Vorzeigestück zu werden. Wenn nicht so viel schief gegangen wäre. Heute denkt kaum jemand an dieses fortschrittliche Auto, das vieles vorweg nahm, was später den VW Golf zur Ikone der Kompaktklasse machte.

Vielmehr gilt der kleine Alfa Romeo vor allem als Beispiel dafür, wie schnell Rost es schaffen kann, eine komplette Karosserie zu zerlegen. Es gibt viele Geschichten zum Alfasud-Desaster - beispielsweise die mit dem Lackierer: Der soll plötzlich aufgehört haben, die nötigen Grundierungen auf das Blech zu lackieren - ihm war der Gedanke gekommen, die Arbeit könnte gesundheitsschädlich sein. Grundsätzlich wäre das kein Problem gewesen, hätte der Mann nicht den Platztausch mit einem anderen Lackierer abgelehnt. Während der folgenden Auseinandersetzungen setzten vor den Werkshallen die Rohkarossen bereits Rost an.

Von solchen Zuständen war noch nicht die Rede, als Alfa Romeo das Erfolg versprechende Projekt Alfasud anschob. Vielmehr wurde einiges getan, um dem ersten Volks-Wagen der italienischen Marke zu einem reibungslosen Start zu verhelfen. So warb man 1967 den Entwickler Rudolf Hruska von Fiat ab und gab ihm die seltene Möglichkeit, den Wagen ohne Einschränkungen nach seinen Ideen zu entwickeln. Um den gebürtigen Wiener wurde außerdem ein Team aus besonders fähigen Ingenieuren gebildet.

Mit einem kompakten und preiswerteren Auto sollte die Marke wachsen und höhere Verkaufszahlen erzielen. Als der Alfasud im November 1971 erstmals im Rampenlicht stand, zeigte sich, dass Hruska und sein Team ganze Arbeit geleistet hatten. Äußerlich trug der Wagen viele Merkmale, die bis heute in der Kompaktklasse Standard sind. Die technische Seite zeigte zusätzlich fortschrittliche Details.

Grundsätzlich war der Alfasud ein kompakter Zwei- oder Viertürer mit Schrägheck, bei dem ein niedriger Luftwiderstand im Hinblick auf geringen Benzinverbrauch weit vorn im Lastenheft stand. Sogar die Motorbauart wurde mit Blick auf die Aerodynamik gewählt: Statt eines üblichen, hohen Reihen-Vierzylinders kam ein flacher Boxermotor zum Einsatz, der eine niedrigere Frontpartie erlaubte.

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