Der V8 ist stark, aber durstig
Maserati Granturismo: Für die italienischen Momente

Große Coupés liegen im Trend: Seit Bentley mit dem Continental GT die Besserverdiener auf die Kunst der schönen Kehrseite eingestimmt hat, stehen die ebenso sportlichen wie eleganten Ableger edler Limousinen wieder hoch im Kurs.

dpa-infocom HAMBURG. Mercedes verkauft zur S-Klasse den CL, BMW lockt 7er-Fahrer mit dem 6er, Jaguar bietet neben dem XJ den XK an, und bei Maserati fährt neben dem Quattroporte seit vergangenem Herbst der Granturismo. Der italienische Gigolo gibt gleich in doppelter Hinsicht den Kurvenkünstler. Denn schon sein Design zeugt vom geschickten Umgang mit den Radien, die Altmeister Pininfarina zu einer verführerischen Karosserie geformt hat: Der Dreizack - das Maserati-Logo - prangt in der tiefen Höhle eines vergitterten Kühlers, die Scheinwerfer haben einen stechenden Blick und der Vorbau ist so lang und schlank, wie es bei einem Sportwagen sein soll. Das Dach ist sportlich flach und das Heck so sinnlich, dass man sich von einem Granturismo gerne überholen lässt. Dass der Wagen aus manchen Perspektiven an die Coupés von Jaguar und Aston Martin erinnert, ist kein Fehler. Es gibt schlechtere Referenzen.

Angetrieben wird der luxuriöse Herzensbrecher wie die entsprechende Limousine vom hauseigenen Achtzylinder, der mit 4,2 Litern Hubraum 405 PS leistet und schon beim Anlassen so mächtig klingt wie seinerzeit Luciano Pavarotti in der Arena von Verona. Fein dirigiert von einer Sechsstufen-Automatik mit Verwöhnfaktor bringt der Motor maximal 460 Newtonmeter an die Hinterachse und macht dem Granturismo mächtig Dampf: Nach 5,2 Sekunden erreicht der Zweitürer 100 Kilometer pro Stunde (km/h) und stürmt danach munter weiter. Das sonst in dieser Klasse gern gesetzte Limit von 250 km/h gilt für die Italiener nicht. Deshalb schafft der Granturismo stolze 285 km/h.

Der Motor ist stark, aber durstig

Dabei bleibt der V8 bis in hohe Drehzahlen kultiviert und leistungsbereit, fordert dafür aber reichlich Kraftstoff: Weil der Motor ohne Direkteinspritzung auskommen muss, auch sonst keine Effizienz-Technologie an Bord ist und der Zweitürer ein Einsatzgewicht von fast zwei Tonnen hat, weist Maserati für den Normzyklus einen Mittelwert von 14,3 Litern aus. Das entspricht 340 Gramm CO2 pro Kilometer. Im Alltag und erst recht bei artgerechtem Betrieb verbraucht der V8 aber gerne auch etwas mehr.

Mit dem Generationswechsel hat sich der Gran Turismo vom Ideal des aggressiven Sportwagens verabschiedet. Nicht kompromisslos und hart, sondern komfortabel und harmonisch ist er. Nicht, dass dem Coupé die Lust ausgegangen wäre. Aber ein aggressiver Kurvenbeißer ist zumindest die Basisversion des Granturismo selbst im Sportmodus nicht. Dafür ist der Zweitürer zu schwer konstruiert und zu komfortabel ausgelegt. Reisen, nicht rennen, ist die Devise. Trotzdem darf dabei das Tempo ruhig etwas höher sein. Denn mit einem sogenannten Skyhook-Fahrwerk mit variabler Dämpfung macht er die Landstraße zur Lustmeile und lässt auch lange Touren zu kurzen Hüpfern schmelzen. Wer mehr Biss erwartet, muss den Granturismo S mit mehr Hubraum, mehr Leistung und strammerem Fahrwerk bestellen oder gleich zur schnellen Schwestermarke Ferrari wechseln.

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