Der Zweiliter "ti" war besonders beliebt
Kein kleiner Italiener: BMWs legendäre 02er-Baureihe

Mittlerweile gilt auch das sogenannte Retrodesign schon wieder als Idee von gestern. Trotzdem werden die Autohersteller nicht müde, bei ihren Neuvorstellungen auf berühmte Modelle der Vergangenheit zu verweisen. Das jüngste Beispiel ist BMW:

dpa/tmn MÜNCHEN. Dort lässt man dem Viertürer der 1er-Serie ein zweitüriges Coupé folgen. Diese sportliche Variante ist eine Spur ansehnlicher, was wohl dem Management den Mut gab, es mit einer wirklichen Legende des Hauses auf eine Stufe zu stellen: Der neue 1er wird als Nachfahre der Baureihe 02 gepriesen - jenem Modell also, das in den sechziger Jahren half, das BMW-Image von Sportlichkeit zu zementieren.

Nachdem die BMW-Konzernstrategie einige Zeit durch Fehlentscheidungen und Misserfolge für Aufsehen gesorgt hatte, erfolgte Anfang der sechziger Jahre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Man entwarf einen Viertürer, der sich in Zeiten eher gemütlicher Limousinen vor allem durch Sportlichkeit und moderne Technik auszeichnete - die so genannte Neue Klasse war geboren.

Als das Unternehmen im Jahr 1966 sein 50-jähriges Bestehen feierte, galt es, das Jubiläum mit einem weiteren neuen Modell zu kombinieren. BMW hatte ein Auto gebaut, das dort wildern sollte, wo bisher kompakte und sportliche italienische Modelle zu Hause waren.

Im Rampenlicht stand eine kompakte zweitürige Limousine in unaufgeregtem Design. Die Front erinnerte an die erfolgreichen Viertürer. Doch die Modellbezeichnung 1 600-2 stellte klar, dass es sich um ein Modell mit zwei statt vier Türen handelte. Außerdem war es in der hausinternen Hierarchie eine Stufe niedriger angesiedelt. Im ersten Verkaufsjahr wurde der 1 600-2 für 8 650 Mark angeboten - das waren nur 1 000 Mark weniger, als der Viertürer kostete.

Doch auch die Käufer waren nicht zurückhaltend. Schließlich verband der neue BMW die Merkmale eines Sportwagens mit denen eines alltagstauglichen Familienfahrzeugs. Zum einen waren 85 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern (km/h) ordentliche Werte. Zum anderen bot sich Platz für Reisegepäck und vier Insassen.

Bei BMW hatte man erkannt, dass man die Situation nutzen sollte, wenn ein Konzept erfolgreich ist. Also wurden dem 1 600-2 nach und nach neue und leistungsfähigere Varianten zur Seite gestellt. Schon 1967 gab es neben einem vom Karosseriespezialisten Baur gefertigten Cabrio das Modell 1 600 ti, das 105 PS leistete.

Anfang 1968 folgte jenes Modell, das den kleinen BMW endgültig zum 02 machte.

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