Design des kleinen Peugeots ist ausgesprochen weiblich
Schiffchen ohne Rückbank

Wilan van den Berg, neuer Chef der Segelboot-Werft Dehler, findet, dass das Peugeot Volks-Cabrio 207 CC ein Auto für Mädchen ist, ein Kuscheltier für junge Damen zwischen 25 und 35. Selber fahren würde er es nicht. Aber seiner Tochter schenken.

Als die Redakteure vom Weekend Journal mir sagten, dass sie mit einem Cabrio kommen, habe ich mir etwas schönes Großes, was Repräsentatives eben, vorgestellt. Aber der Peugeot ist doch ein Auto für Mädchen. Meine Tochter ist 27 und studiert in Amsterdam, ihr könnte ich so ein Auto vielleicht zum nächsten Geburtstag schenken.

Im Ernst: Das Design des Wagens ist wirklich ausgesprochen weiblich. Kein sturer, bulliger Blick wie bei den vergleichbaren Modellen von Audi. Mit diesem Lächeln wirkt er wie ein Kuscheltier für junge Damen zwischen 25 und 35. Er gefällt mir schon irgendwie, im Urlaub würde ich ihn vielleicht sogar fahren – allerdings in einer anderen Farbe: Dunkelblau oder Schwarz. Im Einkauf von Dehler arbeitet ine Frau, die sich kürzlich den Vorgänger zugelegt hat, einen 206 CC. Ein Cabrio war immer ihr großer Traum, und mit einem preiswerten Hardtop-Wagen, in dem es auch im Winter nicht zieht, geht das leicht in Erfüllung. Unsere Kunden tun eigentlich das Gleiche, wenn sie sich eine Yacht kaufen: Sie erfüllen sich einen lang gehegten Traum.“

Wilan van den Berg gibt sich derzeit alle Mühe, Segler wieder von Dehler träumen zu lassen. Mehr als 30 Jahre lang galt das Unternehmen des Bootskonstrukteurs Willy Dehler als eine der innovativsten Werften Deutschlands. Dehler verbaute glasfaserverstärkten Kunststoff und wurde so zu einer der beliebtesten Bootsmarken. Doch Ende der Neunziger explodierten die Produktionskosten, die Yachten galten als zu bieder, die Werft ging Konkurs und wechselte mehrmals den Besitzer. Bis der passionierte Hobby-Segler Wilan van den Berg sie 2005 kaufte.

Er verlegte die Vertriebs- und Marketingzentrale kurzerhand ins sonnige Barcelona, wo der Niederländer seinen Erstwohnsitz hat. Er kurbelte den Vertrieb an und ließ neue Modelle entwickeln. Die 2006 vorgestellte „Dehler 44“ wurde zur „European Yacht of the Year“ gekürt, im Oktober wird man mit der „Dehler 60“ die bisher größte Yacht des Hauses präsentieren. Dehler verkauft sich wieder: 2005 hat van den Berg 122 Yachten an den Mann gebracht, 2007 sollen es 170 werden. Wenn van den Berg und seine fünf Kollegen aus Barcelona in Meschede arbeiten, wohnen sie zusammen in einer Firmen-WG auf dem Werksgelände.

„So. Ohne Dach sieht der kleine Peugeot gleich viel besser aus, ein wenig, als hätte man den Barchetta von Fiat genommen und noch einmal ordentlich aufgepumpt. Nur komisch, dass der Wagen beim Anfahren überdeutlich nach Diesel klingt. Aber ich glaube, gerade für Frauen ist es okay, wenn ein Cabrio Diesel tankt. Und: Er fährt trotzdem sehr sportlich, man neigt sogar dazu, ihn schneller zu fahren als erlaubt. Erstaunlich spritzig für einen so kleinen Wagen. Passt zu meinem Fahrstil: Mit zunehmendem Alter werde ich immer schneller.

Trotzdem halte ich den 207 CC nicht für wirklich optimiert: Mit wenig Mehraufwand hätte man einen ordentlichen Rücksitz haben können. Dann lieber ein echter Zweisitzer und dafür richtig sportlich. Es ist schade, was mit der Marke Peugeot passiert. Alte Peugeot-Cabrios wie der 304er oder 404er waren wunderschön. Früher gefiel mir der Peugeot 205 „Roland Garros“ – in Tenniscourt-Grün. Aber dann hat man sich auf die Kleinen konzentriert.“

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