Designkritik: VW Eos
Zu kleiner Kopf, zu breite Hüfte

Es schmeckt nach Konzern-Cocktail: Vorne Golf, an der Seite Audi, hinten Jetta. So einfach ließe sich das neue Cabriolet von Volkswagen – das erste des Konzerns mit einem festen Klappdach – beschreiben. Aber so einfach ist es nicht.

HB DÜSSELDORF. Denn egal, wie gut die Designer sind – die unvorteilhaften Proportionen, unter denen viersitzige Cabrios mit Stahldach leiden, sind auch hier nicht zu verheimlichen: kleiner Kopf, schmale Schulter, dicke Hüfte und ein viel zu dicker Po. Von Sexappeal kann da keine Rede sein. Auch wenn das Fahrzeugkonzept vernünftig scheint – richtig schön ist der deutsche Newcomer nicht, genauso wenig wie seine Vorreiter Peugeot 307 und Renault Megane.

Übrigens: Richtig vernünftig finde ich alle drei auch nicht. Sicher, die typischen Argumente des Familienrats gegen sportliche Spaßautos wurden systematisch ausgehebelt. Schließlich gibt es ein für die Ewigkeit konstruiertes Dach (wie bei einem richtigen Auto), das Ding bietet bei Bedarf viel Kofferraum (wie ein richtiges Auto) und hat vier Sitzplätze (wie ein richtiges Auto).

Doch die Realität enttäuscht: Die beiden Fondsitze sind nur etwas für Zwerge, denn die Dachkonstruktion nimmt viel Platz in Anspruch. Und wer den Spaß offen auskosten will, stellt fest: Richtigen Koffer-Raum gibt es nur bei geschlossenem Wagen! Bei der geplanten Familientour nach Italien gibt es nur eins: Bis Rimini Dach zu und Klimaanlage an; das Cabrio-Gefühl erlebt die Familien erst, nachdem das Gepäck im Hotel verstaut ist.

Freilich, so schlimm ist das nicht. Cabriofahren forderte immer sportliches Denken. Aber Stoffcabrios waren – und sind – wenigstens in der Regel außergewöhnlich und sexy, auch deswegen kauft man sie: um den trostlosen Blechbergen der Serienwagen zu entkommen. Der New Beetle und Audi A4 – beide aus dem VW-Konzern – gehören zu den schönsten, die man heute neu erwerben kann.

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