Die neuen Cabrios und Roadster der Saison
Unvernunft ist längst keine Randerscheinung mehr

Bei fast allen Autoherstellern stehen mehr Cabrios und Roadster in den Startlöchern als je zuvor. Dabei ist das Spektrum vor dem Auftakt der Open-Air-Saison diesmal besonders weit gespannt:

HB LIMBURG. Zwar gibt es die meisten Premieren in der familienfreundlich positionierten Kompakt- und Mittelklasse. Doch bieten offene Kleinwagen, Roadster und Limousinen auch Sparfüchsen, Sportlern und Besserverdienern einen neuen Platz an der Sonne.

Für die Kunden seien Cabrios Luxusgüter und Ausdruck der Persönlichkeit, erklärt Nick Margetts vom Marktforschungsinstitut Jato Dynamics im hessischen Limburg - und für die Hersteller eine gute Einnahmequelle. Außerdem komme das Cabrio der gesellschaftlichen Entwicklung entgegen: „Bei einer zunehmend kinderlosen Bevölkerung sind solche "unvernünftigen" Autos längst nicht mehr die Randerscheinung, die sie früher einmal waren“, sagt Margetts.

Für einen breiten Erfolg der offenen Modelle spricht in seinen Augen aber vor allem die Tatsache, dass Cabrios heute deutlich vielseitiger seien, als ihre Vorgänger: „Mit robusten Faltdächern aus Blech, Dieseldachlosen und einem Angebot quer durch alle Segmente.“

Diese Vielfalt wird im Sommer noch einmal wachsen - insbesondere in der Mittelklasse, wo mit dem Ende der offenen Versionen von VW Golf, Ford Focus und Opel Astra eine Lücke entstanden ist. Sie wird nun gefüllt mit neuen Open-Air-Modellen, die ein versenkbares Stahlverdeck bekommen und damit Cabrio und Coupé in einem sind. Den Anfang macht Opel mit dem Astra Twintop.

Dem Astra Twintop folgt Ende Mai die zweite Generation des Volvo C70: „Wir bringen später im Sommer auch unser erstes Diesel-Cabrio“, sagt Produktmanager Michael Gerber. Und als dritter im Bunde macht sich in Wolfburg bereits der Eos warm. Der offene Viersitzer steht nach VW-Angaben zwischen Golf und Passat.

Ford bereitet nach Unternehmensangaben zum Spätsommer den Start des Focus Vignale vor. Wie die 2004 in Paris gezeigte Studie wird der Wagen ebenfalls ein versenkbares Stahldach bekommen. Die etablierten Wettbewerber sehen nicht tatenlos zu: Audi kontert diese Premieren mit einem gerade angelaufenen Facelift für den offenen A4, Renault frischt den Mégane auf, und bei BMW in München laufen nach Angaben des Unternehmens die letzten Arbeiten am Nachfolger des 3er-Cabrio.

Wem die Mittelklasse zu teuer ist, bietet Mitsubishi in diesem Sommer mit dem neuen Colt Cabrio eine kleinere und günstigere Alternative. Auch das Segment der Roadster wächst weiter. So zeigt Alfa Romeo nach Angaben von Sprecher Claus Witzeck auf dem Genfer Automobilsalon den neuen Spider. Mercedes frischt im Frühling den SL auf. Audi wird nach Informationen aus Ingolstadt in diesem Jahr mit dem Modellwechsel beim TT beginnen. Außerdem steht zum Sommeranfang bei Jaguar der neue XK im Handel.

Auch in den höchsten Preisregionen wird Kunden künftig ein frischer Wind um die Ohren wehen. Schließlich kündigt Lamborghini-Chef Stefan Winkelmann für diesen Sommer den 167 620 Euro teuren Gallardo Spyder an. Rolls-Royce wird die vor Jahresfrist gezeigte Cabrio-Studie auf Basis des Phantom in Serie bringen. Und bei Bentley wird es nach Unternehmensangaben bald eine offene Version des Continental geben.

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