Die rasende Schrankwand
Brabus G V12s: Zwölf Zylinder für ein Hallelujah

Wenn dieses Auto im Rückspiegel auftaucht, verschlägt es selbst den Fahrern potenter Sportwagen den Atem. So schnell wie der Brabus G V12s hat sich in ihrem Blickfeld noch nie ein Geländewagen breitgemacht. Obwohl sie so aerodynamisch ist wie eine Schrankwand schießt diese G-Klasse schneller heran als ein Porsche oder Ferrari und weckt in jedem Autofahrer den Fluchtinstinkt.

dpa-infocom HAMBURG. Wenn dieses Auto im Rückspiegel auftaucht, verschlägt es selbst den Fahrern potenter Sportwagen den Atem. So schnell wie der Brabus G V12s hat sich in ihrem Blickfeld noch nie ein Geländewagen breitgemacht. Obwohl sie so aerodynamisch ist wie eine Schrankwand, schießt diese G-Klasse schneller heran als ein Porsche oder Ferrari und weckt in jedem Autofahrer den Fluchtinstinkt. Schließlich ist der schwarze Brummer nicht irgendein Allradler, sondern der stärkste Geländewagen der Welt. Zum 30-jährigen Jubiläum des kantigen Klassikers hat der Bottroper Tuner Brabus die G-Klasse soweit aufgerüstet, dass selbst der vom Mercedes-Ableger AMG flott gemachte G 55 fast zahm und zahnlos wirkt.

Statt des dort eingebauten Achtzylinders setzt Brabus beim G V12s auf den V12-Motor aus der S-Klasse, dessen Hubraum der Tuner allerdings auf 6,3 Liter gesteigert hat. Weil zudem die Zylinderköpfe überarbeitet und zwei neue Turbolader montiert wurden, steigt die Leistung des Kraftwerks auf brachiale 514 kW/700 PS. Das maximale Drehmoment ist mit 1 320 Nm nun so üppig, dass es aus Rücksicht auf das Getriebe auf 1 100 Nm begrenzt werden muss.

Von wegen Trägheit der Masse

Obwohl der Dinosaurier in steter Ignoranz des Luftwiderstands gestaltet wurde und schon unbeladen gute 2,5 Tonnen wiegt, lässt er sich ausgesprochen leichtfüßig bewegen und straft das Gesetz von der Trägheit der Masse lügen. Schon wenn man das Gaspedal sanft touchiert, schießt der Wagen davon: Nur kurz scharren die Reifen am Asphalt, und durch die Karosserie geht ein leises Zittern. In nur 4,3 Sekunden beschleunigt der G auf Tempo 100 und lässt damit fast jeden Porsche stehen - obwohl er neben einem Sportwagen aussieht wie eine Dampflokomotive neben dem ICE.

Der Motor säuft wie ein Loch

Wer nicht spätestens jetzt den Fuß lupft, bringt Gewissen und Führerschein in ernsthafte Gefahr. Es presst einen in den Sitz wie ein Jetpilot beim Start. Das gelassene Brabbeln des V12 schwillt an zu einem wütenden Schrei nach Schnelligkeit, und der G jagt voran, als würden seine Kräfte nie versiegen. Erst bei 240 km/h haben die Ingenieure einen Riegel vorgeschoben, weil sie selbst dem verstärkten Fahrwerk, den größeren Bremsen und vor allem den 22-Zöllern nicht mehr zumuten wollten. Außerdem tobt der Wind dann so heftig, dass man sein eigenes Wort nicht versteht. Aber egal wie wild der Sturm auch ist: Zumindest das innere Ohr hört stets das Rauschen des Sprits, der mit dem Getöse der Niagarafälle durch die Zylinder schießt.

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