„Die Technik wird Geld kosten und wir werden Kunden brauchen“
Autobauer schmieden Stromallianzen

Die großen Autokonzerne bringen sich im Rennen um ein massentaugliches und wiederaufladbares Elektromobil mit neuen Allianzen in Stellung. Neben Daimler führen laut Handelsblatt-Informationen aus Branchenkreisen auch der bayerische Erzrivale BMW und der japanische Autobauer Mitsubishi derzeit Gespräche mit mehreren Stromversorgern über eine Kooperation beim Elektroauto.

FRANKFURT. Ein Sprecher von Mitsubishi bestätigte entsprechende Verhandlungen, darunter auch mit RWE. Ein Sprecher von BMW betonte dagegen lediglich, dass der Hersteller voraussichtlich Ende des Jahres sagen werde, ob der Hersteller ein Elektrofahrzeug bauen werde. Intern gilt es jedoch als beschlossene Sache, dass BMW eine Versuchsreihe von Elektroautos auf Basis des Mini auflegen wird. VW hatte vor wenigen Wochen bereits eine Zusammenarbeit mit Eon zum Elektrofahrzeug verkündet.

Die großen deutschen Hersteller wappnen sich damit für den Abschied vom Öl und kontern den Vorstoß des Konkurrenten Renault-Nissan, der zusammen mit dem Ex-SAP-Manager Shai Agassi in Israel und Dänemark eine Elektroauto-Infrastruktur aufbaut. Fast alle großen Hersteller wetteifern derzeit um die Entwicklung neuer Elektro-Autos mit leistungsfähigen Lithium-Ionen-Akkus, die im reinen Batteriebetrieb zu fahren sind.

Daimler-Chef Dieter Zetsche wird kommenden Freitag im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin ein neues Großprojekt mit RWE-Boss Jürgen Großmann vorstellen. Demnach wird der Autobauer seinen Großversuch mit 100 Elektro-Smarts in London jetzt auch auf die deutsche Hauptstadt ausweiten und RWE dafür rund 500 Ladestationen einrichten. Andere europäische Metropolen sollen folgen. Das System soll schrittweise auch für andere Hersteller geöffnet werden.

Nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ soll zunächst Mitsubishi, an dem Daimler früher beteiligt war, Ende nächsten Jahres Zugang zu dem System erhalten. Für die Japaner könnte dies allerdings zu spät kommen. Denn Mitsubishi besitzt mit dem iEV bereits ein geeignetes Elektrofahrzeug, das 2009 in Japan startet und auch rasch nach Europa kommen soll.

Volkswagen kooperiert dagegen in Sachen Elektroautos bereits mit RWE-Konkurrenten Eon. Gemeinsam mit dem Umweltministerium testen die beiden Unternehmen in einem „Flottenversuch Elektromobilität“ in einem Langzeittest in Wolfsburg und Berlin jeweils eine kleine Flotte von Golf-„Twin Drive“-Versionen, die neben einem Verbrennungsmotor auch über einen Elektroantrieb verfügen, der den Wagen alleine fortbewegen kann.

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