Dieselmotor
So sauber wie ein Benziner

Die Autohersteller in Deutschland polieren am Image ihrer Dieselfahrzeuge. Nach Daimler-Chrysler will nun auch Audi „den saubersten Diesel der Welt“ auf den Markt bringen. Mitte 2008 sollen die Fahrzeuge mit einer neuen Generation von TDI-Motoren beim Ingolstädter Autobauer erstmals vom Band laufen.

BERLIN. Die turboaufgeladenen Direkteinspritzer werden mit einer Vielzahl technischer Finessen auf sauber getrimmt: „Die Emissionen werden durch ein neues Piezo Common Rail-System mit hohem Einspritzdruck, einer effizienten Abgasrückführung sowie einer optimierten Aufladung gesenkt“, nennt Udo Rügheimer, Technologie-Sprecher von Audi, einige Stichworte.

Dieselmotoren sind aufgrund der andersartigen Verbrennung zwar leistungsstärker und damit sparsamer als Benziner, doch die Kraftstoffeigenschaften und hohen Verbrennungstemperaturen verursachen eine höhere Emission von Rußpartikeln und Stickoxiden. Mit Partikelfiltern und so genannter Abgasrückführung haben die Hersteller den Schadstoffausstoß zwar bereits reduziert, doch nun erfordern noch strengere Abgasnormen weitere Anstrengungen. Audi setzt dabei als bislang einziger Hersteller, auf Brennraumsensoren, die eine noch präzisere Regelung der Verbrennungsvorgänge im Motor ermöglichen und so die Zahl der Rußpartikel reduzieren.

Um aber den Anteil der Stickoxide (NOx) weiter zu verringern, setzen die deutschen Autobauer Audi, BMW und Daimler-Chrysler auf eine so genannt katalytische Reduktion mit Harnstoff. Das dabei gebildete Ammoniak ist als einzige chemische Verbindung in der Lage, Stickoxide mit Hilfe eines Katalysators zu reduzieren. Die Autobauer verwenden dazu eine fertig gemixte Lösung mit einem 32,5-prozentigen Harnstoffanteil, die inzwischen weltweit als AdBlue vertrieben wird. Die Markenrechte gehören dem deutschen Verband der Automobilindustrie.

Um eine möglichst hohe NOx-Reduzierung zu erreichen, muss die in das Abgasreinigungssystem eingespritzte Menge an AdBlue-Lösung allerdings genau der bei der Verbrennung entstehenden Menge an Stickoxiden entsprechen. Dies gelingt Audi mit Hilfe der Motorsteuerung und entsprechender Sensoren am Motor.

Insgesamt will der Autobauer so die Stickstoffemissionen um bis zu 90 Prozent senken. Damit würde er sogar die EU-Abgasnorm Euro 6 erfüllen, die ab 1. September 2015 in Kraft treten soll. Dann dürfen Stickoxide nur noch rund 30 Prozent der heutigen Grenzwerte erreichen.

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