Driver´s Seat
Auf schöner Matschpartie

„Let’s kick the tires“: Im Weekend-Journal-Autotest findet Talkline-Chef Christian Winther das richtige Gelände für den Nissan Murano 3,5 Liter V6.

Wenn Christian Winther nicht im Dienst ist, kommt sein dänisches Gemüt zum Vorschein – und der passende Akzent. Dann klingt der Chef der drittgrößten deutschen Mobilfunkfirma Talkline trotz sieben Jahren in Deutschland wieder wie Fußballtrainer Morten Olsen, wenn die Mannschaft in der letzten Minute den Ausgleichstreffer kassiert.

Auf dem Firmenparkplatz vor dem Hauptquartier in Elmshorn nördlich von Hamburg wechselt der Manager deshalb lieber gleich ins Englische: „Let’s kick the tires“, sagt der Däne – und schiebt lässig lächelnd nach: „Das sagt man in Amerika, wenn Männer über Autos reden.“ Und dann ordentlich Gummi geben wollen.

Winther mustert den Murano eingehend. Der neueste Wurf der japanischen Renault-Schwester Nissan ist einer dieser neuen Automischlinge. Ein Viertel Van, ein Viertel Limousine, die meisten Gene stammen von gezähmten Geländewagen.

Das Ganze ist mit einem Schuss Komforttechnik wie Freisprechanlage, Farbnavigation und Mehrzonen-Klimaautomatik garniert.

Winthers spontaner erster Eindruck: „Stattliche Erscheinung!“ Trotzdem gibt er den kritischen Tester und sucht nach Makeln. Kofferraum auf, Türen auf, Motorhaube auf. Dann der Kühlergrill in Plastikoptik. „Das sieht bei deutschen Autos anders aus“, sagt der Däne.

Jetzt schwingt er sich aufs Ledergestühl und lenkt den Murano vom Parkplatz. Winther mag die deutschen Autobahnen ohne Tempolimit – und muss doch auf der A 23 Richtung Itzehoe erst mal die Bremsen des Nissan testen: sechs Kilometer Baustelle mit Tempo 80.

Nach fünf Minuten Schonfrist drückt er das Gaspedal endlich bis zum Bodenblech – und ist enttäuscht. Die Automatik schaltet zwar ohne Hektik zurück, und der gedrosselte Sechszylinder aus dem über 300 Kilo leichteren Sportcoupé 350 Z schiebt den Murano gemütvoll voran.

Doch Winther bleibt bei Tempo 170, als die Beschleunigung merklich nachlässt. „Bisschen tot, das Auto“, lautet Winthers hartes, dafür dänisch-charmant gesungenes Urteil. Es folgt ein resignierter Blick nach links: „Jetzt werden wir auch noch von einem Golf überholt!“

So kann es nicht weitergehen: „Wir sollten dem Auto eine Chance geben.“ Winther lenkt den Edelwagen in die nächste Ausfahrt. Er will nach einem Matschgelände Ausschau halten.

Weil es geradeaus ziemlich nach Asphalt aussieht, grinst Winther kurz, sagt: „Jetzt machen wir was Freches“, und wendet spontan auf der Landstraße.

Als sich endlich eine Lücke im Gegenverkehr auftut, stürmt der Murano solide nach vorn. Auf der Landstraße nach Glückstadt reicht der Schub immerhin für ein wohlwollendes „Na ja, Berge liegen ihm wahrscheinlich mehr.“ Winther verbringt seinen Skiurlaub in Trysil/Norwegen, nahe der schwedischen Grenze.

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