Drivers Seat: Déjà-vu auf dem Sofa

Drivers Seat
Déjà-vu auf dem Sofa

Kühne+Nagel-Chef Hans-Georg Brinkmann testet den Jeep Grand Cherokee. Er findet ihn zu groß und aufschneiderisch, aber er weckt alte Erinnerungen.

Hans-Georg Brinkmann würde niemals über ein Auto meckern, dafür ist er viel zu diplomatisch. Aber wenn der Deutschland-Chef des Logistik-Dienstleisters Kühne + Nagel die dunkle Audi-A8-Limousine betrachtet, die er von seinem Vorgänger übernommen hat, dann liegt wirkliche Schwermut in seinem Blick.

Der Wagen aus Ingolstadt ist einfach das komplette Gegenteil dessen, woran sich Brinkmann gewöhnt hat: In den vergangenen sieben Jahren mussten Autos für ihn hoch, breit und bullig sein. Denn in Kanada, wo der Manager die Landesgesellschaft des Unternehmens leitete, fährt man eben nicht mit Eindruck schindenden Limousinen vor.

Auf den weitläufigen Straßen rund um Toronto würden sie einfach verloren aussehen. Deshalb saß Brinkmann bis zu seiner Rückkehr nach Europa auf dem Bock eines BMW X5. So ist der heutige Tag wie ein Déjà-vu für den 52-Jährigen. Auf dem Fahrersitz des Jeep Grand Cherokee SRT8, den er für das Weekend Journal testet, träumt er sich sofort nach Kanada zurück.

Brinkmann thront entspannt auf dem Fahrersitz, als er den schweren Wagen vom Gelände der Cargo-City des Frankfurter Flughafens lenkt und sich in den Autobahnverkehr einreiht. Er blickt zu Seite: Auf der Spur nebenan hockt ein Brummifahrer nur unwesentlich höher als der Logistik-Manager. „Ich fahre gern auf Augenhöhe mit einem LKW“, sagt Brinkmann zufrieden. Mit Lastern kennt er sich natürlich aus. Kühne + Nagel gehört schließlich zu den großen international tätigen Logistik-Dienstleistern, weltweit ist das Unternehmen in über 100 Ländern aktiv.

Brinkmann ist in seiner neuen Führungsposition für 11 000 Mitarbeiter in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz verantwortlich. Sie kümmern sich darum, dass Waren der Kunden per See- und Luftfracht, Lastwagen und Zug zum Ziel kommen.

Doch in diesem Moment ist das Geschäft für Brinkmann ganz weit weg. „Dieses Auto hat Sitze mit wunderbarem Sofa-Gefühl“, schwärmt er. „Ganz so, wie Kanadier es mögen.“

Selbst an die aggressive Fahrweise der Deutschen, an die er sich auch nach einem halben Jahr in der Heimat noch nicht wieder gewöhnt hat, verschwendet er in diesem Wagen keinen Gedanken.

Seite 1:

Déjà-vu auf dem Sofa

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%