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Generation Speedgolf

Laut Eigenwerbung ist der VW Golf R32 der „schnellsten Golf aller Zeiten“. Musikmanager Thomas Stein will die Gunst der Teststunde nutzen und die schnellste Golfrunde seines Lebens spielen. Ziel ist es, so viele seiner Lieblingsgolfplätze mit dem Volks-Silberpfeil zu erreichen wie möglich – bevor das Büro ihn zurückpfeift.

Thomas Stein kämpft um jede Sekunde. Noch 300 Meter sind es bis zum Parkplatz des Golfclubs Aschheim, trotzdem tritt er beherzt aufs Gaspedal. Staub wirbelt auf. Wenige Sekunden später parkt Stein ein. Der Motor klirrt und knackt vernehmlich, und der Kühler arbeitet, als müsse er einen Hochofen herunterkühlen. Dann guckt der Musikmanager auf die Uhr: neun Minuten. „So schnell war ich noch nie hier“, sagt er und grinst übers ganze Gesicht. „Das war ja Speed-Golf!“

Stein ist von Unterföhring aus gestartet. Dort sitzt die Jack White Productions, deren Vorstandsvorsitzender Stein ist. 14 Kilometer trennen sein berufliches Domizil von seinem „Heim-Golfplatz“ in Aschheim. „Neun Minuten“, murmelt Stein, als wolle er es immer noch nicht glauben.

Dabei müsste er doch an Tempo gewöhnt sein. Als einer der erfolgreichsten deutschen Musikmanager drückte er immer schon gerne auf die Tube. Auf der Karriereleiter rückte er im Stakkatostil voran: 1988 wird er Geschäftsführer der Bertelsmann-Musiktochter BMG. Drei Jahre später steigt er im gleichen Unternehmen zum Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz auf. Stein fährt immer neue Umsatz- und Gewinnrekorde ein, 2001 erreicht er als Präsident von BMG-Europa seinen beruflichen Zenit.

Heute ist Stein für das Weekend Journal passenderweise im VW Golf R32 unterwegs, dem, so die Eigenwerbung, „schnellsten Golf aller Zeiten“. 250 Pferdestärken befeuern den „Über-Golf“. Stein will die Gunst der Teststunde nutzen und die schnellste Golfrunde seines Lebens spielen. Ziel ist es, so viele seiner Lieblingsgolfplätze mit dem Volks-Silberpfeil zu erreichen wie möglich – bevor das Büro ihn zurückpfeift.

Mit dem Golf zum Golf, das scheint schrecklich unstandesgemäß. Doch Stein winkt ab: Um den Unterschied zwischen einem Show- und einem Sport-Club deutlich zu machen, empfiehlt er, einen intensiven Blick auf die Parkplätze der Golfclubs zu werfen. „Auf dem normalen Golfplatz ist der BMW das Auto Nummer eins und nicht der Ferrari“, erklärt der Mercedes-M-Klasse-Fahrer. Stein wittert hinter Ferrari-Fahrern nicht den Golfer, der nur aus sportlichen Motiven den Platz besucht. „Mit der Leistung auf dem Golfplatz hat ein sportliches Auto meistens nichts zu tun“, vermutet Stein.

Dann öffnet er den Kofferraum, nimmt das schwarze Golfbag, die beige-braunen Schuhe und den weißen Golfhandschuh heraus. Alles hat hineingepasst – allerdings erst, nachdem Stein den Rücksitz des Golfs umklappte.

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