Drivers Seat
Klasse statt Luxus

Der VW Eos ist ein komfortabler Reisebegleiter ohne Allüren, findet Udo Fischer, Chef der Fluglinie Etihad

Ein Blick zum Heck, das Lenkrad kräftig eingeschlagen, den Rückwärtsgang kommen lassen, Lenkrad zurück - und der Wagen passt. In weniger als zehn Sekunden macht Udo Fischer vor, wie man ein fremdes Auto fahrschulmäßig in die Lücke setzt. Er mag es selbst kaum glauben, dass ihm das gelungen ist: „Es ist verrückt. Sogar die Einparkwinkel stimmen überein.“

Es ist das letzte Déjà-vu, das der Deutschland-Chef der neuen arabischen Fluglinie Etihad zum Abschluss seines Testtermins mit einem Eos-Cabrio von Volkswagen erlebt – aber beileibe nicht das Einzige.

Nach dem ersten Blick durchs Cockpit bemerkt er trocken: „Das ist ja alles wie im Golf hier.“ Die blau hinterleuchteten Armaturen, der 150 PS starke FSI-Motor, der nur mit teurem Superplus fährt, Sechsgang-Getriebe – all das kennt Fischer aus dem eigenen Autofahrer-Alltag.

Er findet freilich keinen Grund, sich deshalb zu beklagen: Was ihm im Golf gefällt, kann schließlich auch im etwas größeren Eos kein allzu grober Fehler sein.

Udo Fischer ist von den Fahrleistungen des Cabrios ähnlich überzeugt wie von denen seines eigenen Kompakten: „Das Handling ist gut, die Straßenlage exzellent, die Motorisierung angenehm“, befindet er und navigiert den Wagen souverän über die Landstraßen des spätsommerlichen Erdinger Mooses. Und schon bald hat man nahezu vergessen, dass hier zwei Pioniere aufeinander treffen.

Zunächst der Eos: Der Wagen steht erst seit Sommeranfang bei den Händlern. Er entspringt keinem bekannten Modell der VW-Fahrzeugpalette, sondern wurde komplett neu entwickelt. Herausgekommen ist ein viersitziger Zwitter aus Coupé und Cabrio, ein bisschen größer als der Golf und kleiner als der Passat.

In der versenkbaren Blechhaube, die sich auf Knopfdruck unter leichtem Klappern der Hydraulik gleich fünffach in den Kofferraum faltet, steckt ein großes, gläsernes Schiebedach - ein weltweit einmaliges Spielzeug. Denn die Konkurrenten falten bloß Blech.

Auf der anderen Seite Etihad, die Airline, die Fischer in Deutschland vertritt: Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich nicht nur das arabische Wort für „Vereinigt“, sondern vor allem die geballte Finanzkraft der regierenden Ölscheichs in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die stampften vor kaum drei Jahren ihre eigene Fluglinie aus dem Wüstenboden und legen damit seither ein Wachstum hin, das in der Branche ebenfalls weltweit einmalig ist.

Udo Fischer stieß im Juni 2004 zu dem Team, als Etihad die Strecke „Abu Dhabi-München“ eröffnete und so den deutschen Markt betrat. Zwei Jahre später ist die Linie schon mit 20 eigenen Flugzeugen auf 35 Strecken unterwegs - und mit dem Anspruch, in vielem etwas besser zu sein als die Konkurrenz. „Wir möchten unseren Gästen ein Premium-Produkt anbieten“, sagt Fischer über die Linie seines Arbeitgebers. „Mit besonders hochwertiger Ausstattung und exklusiven Services an Bord.“

Nicht Luxus, sondern Klasse. So heißt das unausgesprochene Credo bei Etihad – und ähnliches macht Volkswagen seit einigen Jahren in den kleineren Fahrzeugklassen vor, wo sich die Wettbewerber längst an Polo, Golf oder Passat messen lassen müssen. „Unser Anspruch ist nicht der eines Luxus-Anbieters. Wir wollen in jeder Preislage etwas besser sein als die Konkurrenz“, sagt Fischer. „Dafür ist VW bestimmt kein schlechtes Vorbild.“

Und der Eos? Viele Details im Innenraum überzeugen den Tester jedenfalls. Da sind zum Beispiel die großen schwarzen Flächen, mit denen das Armaturenbrett überzogen ist.

Der Kunststoff fasst sich gut an und wirkt edel, findet Fischer. Auch die Aluminium-Einlagen rund um die Luftschlitze, am Schalthebel und an der Türverkleidung gefallen ihm.

Ebenso die serienmäßigen Sportsitze, die VW-typisch schmal geschnitten sind und so auch schlanken Fahrern viel Seitenhalt gewähren: „Ich liebe das Gefühl, wenn ein Autositz wirklich passt.“

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