Driver´s Seat
Knurren für junge Einsteiger

Ein Winterauto hat jede Familie in dem kleinen Städtchen Hiltpoldstein, 600 Meter hoch auf einem Berg in der Fränkischen Schweiz, wo es immer drei Grad kälter ist als im nahen Nürnberg.

Auch Ingrid Hofmann lässt bei Minusgraden ihr BMW-Sechser-Cabrio stehen und fährt Porsche Cayenne Turbo. Dann hofft sie jedes Mal auf Neuschnee, wenn sie die Frühmaschine um sechs erwischen muss: „Da kann ich so schöne Spuren reinfahren“, sagt Hofmann und gluckst ein bisschen. „Ich hinterlasse gern Spuren.“

Und zwar fleißig: Ihre kleine Zeitarbeitsfirma, die Ingrid Hofmann vor 20 Jahren in Nürnberg gegründet hat, ist zu einem der größten Personalverleiher Deutschlands gewachsen. Mit 5 000 Angestellten, 52 Niederlassungen und Tochterfirmen in Österreich und England.

Hofmann selbst ist mit Unternehmerpreisen überhäuft worden: Unternehmerin des Jahres 2002, Vogue Business Award und Finale beim „Entrepreneur 2004“. Dabei ist Ingrid Hofmann, die als junges Mädchen von einer Orchideenplantage in Südafrika träumte, keine kühl kalkulierende Geschäftsfrau.

Zur Testfahrt mit Nissans neuem Sport-Cabrio erscheint sie in Jeansjacke und BMW-Kappe – und lacht herzlich über diesen Einfall. Überhaupt lacht sie viel und gerne: Als sie von ihren Fahrtrainings bei BMW und Porsche erzählt, kichert sie wie ein Teenager. „Ich war schon auf dem Salzburgring und auf der Porsche-Teststrecke in Leipzig. Ich liebe Geschwindigkeit.“

Neugierig betrachtet sie nun den 350 Z, mustert die Front und die lang gestreckte Heckpartie. „Wirklich sehr schick, besonders von vorne“, urteilt Hofmann. Auf dem Fahrersitz hat sie sofort den Fuß am Gas – und freut sich über das resonanzreiche Knurren des Sechszylinder-Motors. „Wow“, ruft sie begeistert. „Der Sound ist wirklich gut!“

Nissans Ingenieure haben im Vergleich zum geschlossenen 350-Z-Coupé die Tonlage verbessert. „Jetzt fahren wir die A 9 Richtung Berlin“, beschließt Hofmann sichtlich gut gelaunt und düst los. „Und dann meine Lieblingsstrecke: zwischen Hüttenbach und Hiltpoldstein.“ Auf der Autobahn zieht sie das 280-PS-Geschoss bis auf 220 Sachen. „Ist o.k.“, sagt Hofmann nüchtern. „Aber dann hört es mit der Spritzigkeit auch auf. Ist eher was für junge Einsteiger.“

Nachdem sie die Kraft des kleinen Japaners ausgiebig getestet hat, überholt ein grellgelber Porsche Turbo mit Plastikheckflosse und bunter Kriegsbemalung. „Den kriege ich!“ sagt Hofmann lachend – lässt dann aber wieder von dem Flitzer ab, weil der immer wieder auch rechts an langsameren Autos vorbeirast. „So was würde ich nie machen.“

Immerhin ist ihr der Nissan Roadster nach dem kleinen Rennen den Vergleich mit einem Porsche Boxter wert: „Bisher sehe ich keinen großen Unterschied“, sagt Porsche-Fan Hofmann. „Wir müssen gleich in der Fränkischen Schweiz mal die Kurvenlage testen.“

Mit Schwung schraubt Hofmann den Nissan über die Landstraße, die nach Hiltpoldstein führt, wo die Familie ihrer Mutter einen Bauernhof besaß. „Der hübscheste Ort auf der Welt“, schwärmt die Unternehmerin.

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