Drivers Seat
Schick, sexy, unpraktisch

Alina Kessel ist eine Schnellfahrerin. Die Chefin der zweitgrößten Werbeagentur Deutschlands weiß, was gut aussieht – und was nicht. Kann der Alfa Romeo Brera sie begeistern?

DÜSSELDORF. Typisch Frau. Alina Kessel denkt praktisch. Die Heckklappe des Alfa Brera schwingt nicht auf Knopfdruck nach oben, ob nun konstruktionsbedingt oder weil der Mechanismus aus welchen Gründen auch immer am Testwagen nicht einwandfrei funktioniert. „Das ist ein Nachteil“, sagt die Chefin von Grey, der zweitgrößten Werbeagentur Deutschlands. „Denn meistens hat man die Hände nicht frei.“

Wenigstens drinnen aber finden die Hände der Werbefrau dann alles so vor, dass sie sich schon auf den ersten Metern mit dem imposanten Sport-Coupé sehr sicher fühlt: Vielfach elektrisch verstellbare Sitze, ein axial und vertikal verstellbares Lenkrad ermöglichen eine entspannte Sitzposition. „Und die Mittelkonsole mit den vielen kleinen, tief liegenden Kontroll-Uhren und dem gebürsteten Alu, die ist richtig schick."

Und vom Schick versteht die attraktive, in elegant-schlichtem Schwarz gekleidete US-Amerikanerin von Berufs wegen schon eine ganze Menge. Alina Kessel weiß, was gut aussieht – und was nicht. Nicht zuletzt, weil sie viel gesehen hat von der Welt.

Die 40-Jährige ist die personifizierte Globalisierung, eine Kosmopolitin wie aus einem imaginären Lehrbuch der UN. Gerade zehn Jahre alt war die kleine Alina, als ihre Eltern sich Mitte der 70er entschlossen, die Heimat in der Ukraine zu verlassen und sich dem damaligen Klassenfeind, den USA, anzuschließen. „Es gab zu dieser Zeit eine ganze Welle von Emigranten“, erinnert sie sich, während sie den roten Renner durch den morgendlichen Düsseldorfer Berufsverkehr steuert. „Als Juden hatten wir in der Sowjetunion keine Chance, Karriere zu machen. Meine Eltern wollten ihren Kindern aber eine bessere Zukunft ermöglichen, deshalb haben sie diesen Schritt gewagt.“

Nach einem Betriebswirtschaftsstudium an der Boston University zieht es Kessel 1988 nach Australien. Sie jobbt in einer Zementfabrik als PR-Assistentin. 1990 dann die Rückkehr in die USA, wo bei Ogilvy & Mather Direct in New York ihre Werbe-Karriere beginnt.

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