Drivers Seat
Wolf im Schafspelz

Dieses Auto müsste genau das richtige sein für Bernd Rödl: der verhältnismäßig bescheidene Audi A4 Kombi, nur ein ganz kleines bisschen tiefer gelegt.

DÜSSELDORF. Außer dem Vierender-Auspufftopf und den dezenten Schürzen verrät der A4 durch nichts, dass die Veredler von Abt ihm erst einen Rennmotor eingepflanzt und den dann auf 400 PS hochgezüchtet haben.

„Ein Wolf im Schafspelz“, sagt Bernd Rödl hocherfreut, während er mit den Aluminium-Pedalen spielt. Die sind das einzige Teil, das im Innenraum an Motorsport erinnert.

Doch der Sechszylinder pumpt dann mit dunklem Bass markige Töne auf die Straße, die erahnen lassen, welche Kraft in ihm schlummert. „Echtes Understatement“, sagt Rödl.

Der Gründer und Chef der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner in Nürnberg mag Autos nicht, die mit ihrer Potenz hausieren gehen. Rödl hat verinnerlicht, was sein sparsamer Vater ihm in den 50er-Jahren in Hof in Oberfranken einbläute: „Ein gutes Leben bemisst sich nicht an einem großen Auto.“

50 Jahre später ist der Sohn Chef von weltweit über 2 300 Angestellten und Büros in 30 Ländern. Seine Spezialität sind „Hidden Champions“ – versteckte Meister, die nicht an der Börse notiert sind. Global erfolgreiche Mittelständler, deren Zahnräder, Schläuche und Pumpen auch den Abt AS 400 zum Funktionieren bringen. Rödl ist auch ein versteckter Meister. Er könnte sich alle möglichen Traumautos leisten, fährt aber dann doch nur den 545i von BMW. Und das auch noch als Kombi, damit am Wochenende sein Mountainbike hineinpasst, ohne dass er die Räder abschrauben muss.

„Für meinen Fahrer ist das Auto ein größeres Problem als für mich“, witzelt Rödl. Wenn der Chauffeur – praktischerweise in Personalunion Hausmeister der Rödl-Zentrale in Nürnberg – bei Geschäftsterminen im Fünfer-Kombi auf seinen Chef wartet, kommt er sich bisweilen ganz klein vor zwischen all den S-Klassen und BMW Siebenern.

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