E-Bike-Antrieb zum Nachrüsten
Große Reichweite für einen hohen Preis

Wer ein Elektrofahrrad möchte, muss nicht unbedingt ein solches kaufen. Man kann auch sein normales Rad zum E-Bike umbauen lassen. Die Nachrüstsätze sind allerdings nicht billig.
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FriedrichshafenDie Umrüstung eines konventionellen Fahrrads in ein E-Bike ermöglicht jetzt ein Nachrüstsatz, den der kanadische Antriebsspezialist Bionx derzeit auf der Eurobike in Friedrichshafen präsentiert und Ende Oktober auf den Markt bringt. Nach Werksangaben soll der nachträglich montierte Antrieb alle Vorteile eines herkömmlichen Pedelecs bieten. Dazu gehören unter anderem auch regenerative Bremsen und die von Bionx entwickelte sogenannte Trittkraftsensorik.

Die Nachrüstlösung D-Series Super Sports Kit besteht aus einem eingespeichten Hinterrad mit integrierten Elektromotor, einem Unterrohrakku sowie einer Bedienkonsole am Lenker und aller für den Anbau notwendigen Kleinteile.

Mit einem maximalen Drehmoment von 50 Nm  ist der Antrieb vor allem für Fahrer entwickelt worden, die eine sportliche Fahrweise auf Straße und im Gelände bevorzugen.

Die Speichen laufen seitlich am Elektromotorgehäuse vorbei und sind damit deutlich länger als bei anderen Nabenmotoren, was wiederum ein dynamischeres Laufrad zur Folge hat und zusätzlichen Komfort und Traktion entwickeln soll.

Bei der Entwicklung des Antriebs konzentrierten sich die Techniker vor allem auf den neuen 555 Wh starken Energiespeicher. Das Ergebnis ist eine Reichweite von 135 Kilometern, die selbst bei sportlicher Fahrweise erreicht werden soll. Im Vergleich zum bisher stärksten Akku der Marke ist dies eine Steigerung um knapp 30 Prozent.

Neben der neuen Super Sport Serie bieten die Kanadier auch Umrüstsätze für weniger dynamische Radler in schwächeren Leistungsstufen an. Der Antrieb lässt sich mit neun- und zehnfach Schaltungen von Shimano und Sram kombinieren und ist zudem in den Laufradgrößen 29 und 28 sowie 27,5 und 26 Zoll für Scheiben- und Felgenbremsen lieferbar.

Die Verwandlung eines konventionellen Fahrrads in ein Pedelec sollte allerdings einem Fachbetrieb überlassen werden. Für Hobbybastler ist der Umbau nicht geeignet.

Vor der Bestellung des Umbausatzes sollte man zudem das Fahrrad genau untersuchen lassen, um Schwachstellen zu ermitteln und von vornherein auszuschließen, dass der Antrieb Rahmen und Bremsen überfordert. Immerhin wiegt der Antrieb allein einschließlich aller Nebenaggregate 7,8 Kilogramm.

Überhaupt lohnt sich die Montage nur bei hochwertigen Fahrrädern, denn die Transformation ist nicht preiswert. Bionx verlangt für den sportlichen Nachrüstsatz 2.000 Euro (555 Wh). Schwächere Aggregate mit 317 Wh schlagen immer noch mit 1.600 Euro zuzüglich Montagelohn zu Buche.

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