Ein Athlet im feinen Zwirn
Hyundai Genesis Coupé: Der Keil aus Korea

Bezahlbare Sportwagen sind rar geworden auf deutschen Straßen. Die Lücke von Autos wie dem Opel Manta oder dem Ford Capri füllen derzeit allenfalls die Japaner.
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dpa-infocom HAMBURG. Und auch bei ihnen war die Auswahl schon mal größer. Künftig könnte es allerdings wieder mehr Alternativen geben. Denn nachdem sich die Hersteller aus Korea langsam etabliert und vom Ruf der lustlosen Billiganbieter befreit haben, drängen sie auf die Überholspur. Den Anfang macht dabei Hyundai mit dem neuen Genesis Coupé, das in diesem Sommer für einen Kampfreis von nur 22 000 Dollar zunächst in den USA lanciert wird. Aber geht es nach Deutschlandchef Werner Frey, kommt der Keil aus Korea lieber heute als morgen auch zu uns.

Der Zweitürer ist 4,63 Meter lang und hat mit dem Coupé aus dem europäischen Verkaufsprogramm nicht viel mehr als die Gattungsbezeichnung gemein. Während dieses Auslaufmodell außen mittlerweile eine dicke Staubschicht trägt und innen mit dem Sparstift gezeichnet wurde, trägt der Neuling für die neue Welt einen straffen Trainingsanzug. Die Scheinwerfer sind zu schmalen Schlitzen geworden und die Motorhaube ist lang und kräftig modelliert. Die seitliche Sicke schwingt sich nach hinten auf zu einer knackigen Hüfte, in der die LED-Rückleuchten wirken wie ein Lenden-Tatoo. Dazu gibt es zwei riesige Endrohre in einem angedeuteten Diffusor-Einsatz - und für einige Modelle als Tribut an die Selbstdarsteller unter den Jungkunden einen etwas pubertär wirkenden Heckspoiler.

Lack und Leder statt des Staubs der Sparer

Auch innen erlebt man eine neue Welt. Statt Langeweile und Lustlosigkeit regieren hier Lack und Leder. Obwohl selbst das Topmodell in den USA keine 31 000 Dollar kostet, sitzt man auf weich ausgeschlagenen Sportsitzen. Dabei genießt der Fahrer den Blick auf hübsch veredelte Kunststoffoberflächen, greift in ein ordentliches Lenkrad und freut sich am Sound einer mächtigen Musikanlage. Außerdem gibt es - zum Teil allerdings gegen Aufpreis - auch Xenon-Leuchten, sechs Airbags, ESP sowie einen Starterknopf und den dazugehörigen Funkschlüssel.

Die Plätze im Fond sind eine Zumutung

Weil der Radstand 2,82 Meter misst und das Coupé spürbar gewachsen ist, hat man vorne ordentlich Platz. Die Rückbank allerdings ist schon für Kinder keine Freude und für Erwachsene eine Zumutung - zumal sich die Koreaner eine Easy-Entry-Funktion für die Sitze gespart haben. Selbst wer nur eine Jacke hinter den Sitz wirft, muss deshalb danach erst wieder mühsam in Position juckeln.

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