Ein bißchen Platz schadet nicht
Mini Cooper S Clubman: Der Kombi, der keiner sein soll

Als Sir Alec Issigonis in den 50er Jahren den Mini erfand, galt dieser der Autowelt als Vorbild für effiziente Raumausnutzung und erschwingliche Mobilität. Doch die Alltagstauglichkeit ist für den britischen Kleinwagen längst kein Kriterium mehr.

dpa-infocom HAMBURG. Mit der Neuauflage unter der Regie von BMW ist der Winzling zur Ikone der Lifestyle-Gesellschaft geworden, die mit ganz anderen Stärken glänzt. Aber weil auch Yuppies mal eine größere Reisetasche einladen wollen, Singles irgendwann Bekanntschaften schließen und Nachwuchs noch nicht vollends aus der Mode ist, haben Bayern und Briten in der zweiten Generation die Idee des Clubman wieder aufgegriffen. Ein Kombi soll diese um 24 Zentimeter gestreckte Maxi-Edition des Mini zwar nicht sein. Doch ein bisschen mehr Platz, ein leichterer Zustieg zum Fond und ein größerer Kofferraum können ja nicht schaden.

Vom normalen Dreitürer unterscheidet den Clubman neben der Länge vor allem das Türkonzept. Denn auf der Beifahrerseite gibt es eine sogenannte Clubdoor, die nach dem Öffnen der Beifahrertür gegen die Fahrtrichtung aufgeschwenkt werden kann und so den Zustieg zum Fond erleichtert. Weil gleichzeitig auch die Kniefreiheit gewachsen ist, können dort auf Kurzstrecken jetzt auch Erwachsene halbwegs bequem sitzen. Außerdem verschwinden Einkäufe leichter auf der Rückbank, und kleine Kinder bekommt man einfacher in den Sitz.

Zu klein für einen Kombi, aber groß für den Mini

Ebenfalls anders ist der Zugang zum Kofferraum. Wo gewöhnliche Kombis eine große Klappe haben, öffnet man das Gepäckabteil beim Clubman wie einen Küchenschrank. Die Türen links und rechts sind noch einmal horizontal geteilt, greifen weit um die Ecken und öffnen eine vergleichsweise große Ladeluke, hinter der es allerdings trotz allem etwas enger zugeht. 260 Liter Stauraum sind viel für einen Mini, für einen Kleinwagen aber nur Durchschnitt und für einen Kombi geradezu lächerlich. Doch wer im normalen Mini je versucht hat, zwei Sporttaschen zu verstauen, wird über den Raumgewinn glücklich sein. Auf eine verschiebbare Rückbank wie in manch günstigerem Kleinwagen muss man allerdings verzichten, die Gepäckraumabdeckung wirkt billiger als bei einem Koreaner und einen ebenen Ladeboden gibt es nur gegen Aufpreis mit dem doppelten Boden.

Das Go-Kart-Gefühl ist erhalten geblieben

Der mit 3,96 Metern größte Mini aller Zeiten sieht auch mit den neuen Proportionen und einem um 16 Zentimeter verlängerten Überhang am Heck spektakulär gut aus. Und das für einen Mini so wichtige Go-Kart-Gefühl ist trotz des größeren Radstands und der rund 80 zusätzlichen Kilogramm erhalten geblieben. Weil die Achsen acht Zentimeter weiter auseinander stehen, liegt der Clubman etwas ruhiger auf der Straße, ist aber noch genauso wendig wie jeder andere Mini. Kurvige Bergstraßen oder enge Altstadtgassen durcheilt man mit ihm wie auf einem Motorrad mit vier Rädern. Und sicherer fühlt man sich obendrein: Während BMW im normalen Mini zwar sechs Airbags montiert aber für das ESP einen Aufpreis verlangt, ist der Schleuderschutz in den rund 2 000 Euro Clubman-Zuschlag bereits enthalten.

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