Ein Dutzend Pferdestärken brachten die „Isetta 250“ von 1955 auf maximal Tempo 85
Die Isetta wird 50

Sie war weder Motorrad noch Limousine, doch für viele Deutsche nach dem Krieg das erste Auto: die BMW Isetta. Am 5. März vor 50 Jahren wurde die „Knutschkugel“, wie sie liebevoll genannt wurde, erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

dpa/gms MÜNCHEN/BRAUNSCHWEIG. Heute gilt sie als Liebhaberstück. Sammler, die eine gut erhaltene BMW Isetta beim Online-Auktionshaus Ebay ersteigern wollen, müssen schon mal 12 000 Euro hinblättern - ungefähr zehn Mal so viel wie der Kleinwagen vor fünf Jahrzehnten gekostet hat. „Dieses Auto hatte noch ein richtiges Gesicht“, schwärmt Norbert Schardt, Vorsitzender des „Isetta Clubs“ ein Zusammenschluss von 1 400 Isetta-Liebhabern. Eiförmiges Chassis, Hinterräder, die nicht halb so weit auseinander stehen wie die vorderen, und nur eine Tür, mit der gleich die gesamte Front wegklappt: Das sind Merkmale, die tatsächlich kaum Verwechslungschancen eröffnen.

Kosenamen wie „Knutschkugel“ oder „Schlaglochsuchgerät“ kursierten im Volksmund. Komfort war Nebensache. Für wenig Geld bekam man alles, was zum Fahren nötig war: Vier Räder, einen Motor und Platz für zwei - möglichst schlanke - Passagiere. „Wer nicht mehr Motorrad fahren musste, der war schon was“, erklärt Peter Steinfuhrt, Chefredakteur des in Mainz erscheinenden Magazins Oldtimer Markt. Mit dem ersten Kleinwagen im Sortiment traf der Münchner Autohersteller im Frühjahr 1955 den Nerv der Zeit. Viele Nachkriegsdeutsche träumten davon, mit einem Dach über dem Kopf durch die junge Bundesrepublik oder in die Ferien zu fahren.

Ein Dutzend Pferdestärken brachten die „Isetta 250“ von 1955 auf maximal Tempo 85 - BMW hatte einen Motorradmotor eingebaut. „Motocoupé“ hatten die Werbetexter das Gefährt deshalb getauft. Innen kein echtes Auto, außen kein echter BMW. Ein Münchner Eigengewächs war die Isetta nämlich nicht, ihre Wiege stand südlich der Alpen. Ein findiger BMW-Händler hatte ein „verkleidetes Motorrad“ des italienischen Motorrad- und Kühlschrankherstellers ISO im Jahr 1954 auf dem Genfer Automobilsalon entdeckt - schnell hatten die Bayern die Lizenz zum Nachbauen in der Tasche.

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