Einparkhilfe
Sensoren steuern in die Lücke

Langes Überlegen, ob die Parklücke groß genug für den Wagen ist – das war gestern. Heute entscheidet ein Bordcomputer per Ultraschallsensor. Rückwärtsgang einlegen, Kuppeln und Gas geben muss der Fahrer noch selbst. Den Rest erledigt der Autopilot: Mit der neuen Einparkhilfe für den Touran hat Volkswagen Vorreiter Toyota abgehängt.

BERLIN. Beim Einparken hört für viele der Fahrspaß auf. Mal stellt sich nach einer Weile schweißtreibenden Kurbelns heraus, dass bei der Lücke doch die entscheidenden Zentimeter fehlen. Dann nerven wartende Fahrer mit ungeduldigen Blicken oder Gehupe. Für entspanntes Parken sollen nun Assistenzsysteme sorgen, wie es Volkswagen jüngst für den Kompaktvan Touran vorgestellt hat. Die Wolfsburger ziehen damit gegenüber Vorreiter Toyota nach. Nachdem dessen Modell Prius schon als erstes Großserienauto mit Hybrid-Motor für Furore sorgte, soll es auch beim Einparken Zeichen setzen.

Tatsächlich ist das Prius-System jedoch zum Schaustück technikverliebter Ingenieure geraten. Neben einer Kamera an der Heckklappe und einem leistungsfähigen Rechner verfügt das System über einen Touchscreen-Monitor, auf dem der Fahrer die Lenkparameter anhand des Kamerabildes vorgeben soll.

Damit der Prius von allein einparken kann, muss der Fahrer definieren, welche Situation er vorfindet. Dazu erscheint ein grünes Rechteck im Display, mit dem man die gewünschte Lücke anvisiert. Zudem muss der Wagen im richtigen Abstand zur Parklücke stehen. Erst dann kann der Bordcomputer ihn selbstständig in die freie Fläche zirkeln. Mit dem Einlegen des Rückwärtsgangs ist der Einparkmodus aktiviert, der richtige Lenkwinkel wird automatisch gewählt. Der Fahrer kann das Lenkrad loslassen und kontrolliert die Geschwindigkeit über die Bremse. So weit die Theorie.

Die Realität jedoch ist ernüchternd. Ohne Übung und präzises Vorstellungsvermögen für Räume und Abstände ist das zweidimensionale Bild auf die reale Parksituation kaum zu übertragen. Steht der Prius zu weit weg oder zu nah an der Lücke, kann der Bordcomputer den Vorgang nicht ausführen, das Auto muss noch einmal neu in Position gebracht werden. Und die Räder müssen ganz gerade stehen, bevor es losgeht. Blind vertrauen kann man der Einparkhilfe nicht. Schließlich fehlen dem Prius Sensoren, die vor einer Kollision mit Hindernissen warnen.

Nun will Volkswagen es besser machen. Das System im Touran verzichtet auf die Kamera. Statt eine völlig neue Technik zu konstruieren, vertrauen die Techniker auf Vorhandenes. Um den Touran fit für das selbstständige Einparken zu machen, werden lediglich die Sensorik und die Rechnerkapazität erweitert.

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