Elektro-Kabinenroller
Wie ein Segway zum Sitzen

Der futuristische C-1 des kalifornischen Startups Lit Motors balanciert sich von selbst auf zwei Reifen. Mit der Idee haben die Kalifornier eine neue Fahrzeugklasse erfunden – die Elektroautos davonfahren könnte.
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DüsseldorfMotorräder könnten die perfekten Großstadtvehikel sein: Sie sind schlank, wendig und flink und parken auf dem Bürgersteig. Nur: Motorradfahren ist vielen Zeitgenossen zu gefährlich. Und in Helm und Lederkluft rollt auch nicht jeder gleich zum Geschäftstermin.

In Kalifornien macht sich das Startup Lit Motors nun daran, das Zweirad neu zu erfinden: Komfortabel, bequem und umweltfreundlich soll es werden  und die Freiheit des Motorradfahrens mit der Sicherheit des Autos verbinden. Wenn der Kabinenroller C-1, den die Jungunternehmer kürzlich vorstellten, hält, was er verspricht, dann wäre das eine kleine Sensation.

Schon die Ausstattung dürfte jedes Pendlerherz höher schlagen lassen:  Der neuartige Scooter belegt viel weniger Parkraum als ein Auto, hat aber eine geschlossene  Kabine, die den Fahrer  und einen Beifahrer vor Wind und Wetter schützt. Im Lenkrad verbirgt sich ein Display mit Internetanschluss, das Navigationshinweise, Verkehrsinfos, Baustellenwarnungen und Wetterdaten anzeigen soll.

Aufrecht ohne Stütze

Obendrein fährt der C-1 voll elektrisch, und zwar laut Hersteller bis zu 120 Stundenkilometer schnell. Mit einer Akkuladung soll er sagenhafte 321 Kilometer weit kommen. Die meisten Elektroautos, die es bisher zu kaufen gibt, schaffen allenfalls die halbe Strecke.

Die wichtigste Neuerung des C-1 fällt aber erst beim zweiten Hinschauen auf: Das Motorrad kippt nicht um, sogar im Stehen nicht.

Sicher, das gelang schon vor Jahren sogar einem Schwergewicht wie Bud Spencer in der Filmklamotte "Zwei außer Rand und Band" – mit zwei Stützrädern. Der Scooter von Lit Motors hat aber, wie jedes gewöhnliche Motorrad, nur zwei Reifen. Trotzdem ist auf einem Video im Internet ein Prototyp zu sehen, der ohne jede Stütze aufrecht stehen bleibt.

"Als ich vor sieben Jahren zwei Biodiesel-SUVs entwickelte, wurde mir klar, dass alternative Kraftstoffe nicht die einzige Lösung für unsere Energiekrise sein können", erzählt Firmengründer Daniel Kim. "Wahre Innovation musste die Gestalt des Autos radikal verändern."

Kim begann seine Forschungen an drei Ausgangspunkten: "Motorräder sind nicht sicher, aber effizient. Autos sind sicher, aber ineffizient. Drittens: 70 Prozent der Amerikaner sind alleine im Auto unterwegs." Die Lösung: Ein Motorrad mit Anti-Kipp-System, das sich nutzen lässt wie ein Auto.

Kommentare zu " Elektro-Kabinenroller: Wie ein Segway zum Sitzen"

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  • Segway oder 1-Rad traue ich nicht; als Motorrad-Fahrer weiss ich, dass diese Kreiselsysteme in Fahrt ihre Grenzen haben.
    Ein Kreiselsystem, dass nur im Stand oder bei langsamer Fahrt eingreift, hat beste Chancen.
    Die Auslegung als "Motorrad" erlaubt kräftiges Bremsen und Beschleunigen während der Fahrt - genau hier liegt die Schwäche der anderen Konzepte.

  • Es ist mehr als ein Achtungserfolg und ein Gewinn für die Motorradindustrie. Es bereichert auch insofern, dass die Motorradhersteller bei der Entwicklung der passiven Sicherheit "geschlafen" haben. Entwickelt wurden mehr PS und mehr Hubraum - als die Größe in den vergangenen Jahren. Ein Passivschutz für den Fahrer wurde nicht weiterentwickelt. Ein Unfall mit einem Motorrad >120 km/h verläuft meistens tödlich.

    Ein Plus des neuen Motorrades ist das Parken über Nacht an der Straße und das einfache Unterbringen in einer engen Garage. Motorräder ohne Verkleidung läßt man nur ungern über Nacht auf der Straße stehen. Empfehlenswert ist aber eine Art Parksicherung - allein schon aus Vandalismusgründen, damit Scherzkekse es nicht zum Umkippen bringen.

    Das Konzept sollte weiter beobachtet werden. Übrigens schade, dass BMW seinen C1-elektrischen Nachfolger noch ausbremst. Intessant auch, wie Honda, BMW, YAMAHA & Co. reagieren werden.

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