Elektroautos
Autos gehen ans Netz

Elektroautos gehört die Zukunft - darüber bestehen heute kaum noch Zweifel. Energiekonzerne treiben den Aufbau einer Infrastruktur für Elektrofahrzeuge voran. Die E-Mobile sollen selbst zum Bestandteil des Stromnetzes werden - als bewegliche Energiespeicher.
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DÜSSELDORF. Elektroautos gehört die Zukunft - darüber bestehen heute kaum noch Zweifel. Aber nicht nur die Automobilhersteller stecken viel Geld in die Entwicklung neuer Modelle. Auch die Elektrizitätswirtschaft bereitet sich vor: Die E-Mobile sollen selbst zum Bestandteil des Stromnetzes werden. Als bewegliche Energiespeicher könnten sie den Autoherstellern helfen, den CO2-Ausstoß der Fahrzeuge zu reduzieren, und es den Versorgern ermöglichen, regenerative Energie besser zu nutzen.

"Stromnetz und Verkehrssektor wachsen zusammen", verkündet der Verband der Elektronik, Elektrotechnik und Informationstechnik (VDE). In der Studie "Energiespeicher in Stromversorgungssystemen, Trends, Perspektiven, Chancen" prophezeit der VDE, dass E-Mobile Benziner und Diesel nach und nach ablösen werden. "Vehicle-To-Grid" (V2G) heißt dabei das Konzept, auf das sich die Hoffnungen der Energiekonzerne richten.

Das Prinzip: Elektrofahrzeuge sollen nicht nur zur Fortbewegung, sondern auch als Puffer für das Stromnetz dienen - und zwar in beide Richtungen: Tritt eine Spitze im Energieverbrauch auf, sollen die geparkten und an das Netz angeschlossenen Autos Strom rückeinspeisen und den Engpass überbrücken. Die Software im Wagen sorgt dafür, dass Saft für den Heimweg in der Batterie bleibt.

Umgekehrt soll das computergesteuerte Aufladen der Batterien helfen, Überschüsse im Energieangebot auszugleichen, wie sie bei der Einspeisung von Wind- oder Solarstrom entstehen.

Der Vorteil: "Im Vergleich zu anderen Speichervarianten sind die Elektrofahrzeuge günstiger, weil sie als Anwendung und nicht als reine Speicher auf den Markt kommen", sagt Martin Winter, Materialwissenschaftler an der Universität Münster.

Doch bis es soweit ist, müssen die Stromer erst ihre Marktfähigkeit unter Beweis stellen. Der größte Unsicherheitsfaktor ist die Batterie. Die Kosten müssten mehr als halbiert werden, sagt Winter. Mit einem Preis von 1 000 Euro je Kilowattstunde sind heutige Modelle noch nicht serientauglich. "Erst ab 300 bis 400 Euro pro Kilowattstunde werden die Automobilkonzerne wettbewerbsfähige Preise anbieten können", sagt Winter. Doch er ist zuversichtlich: Energieversorger, Automobil- und Batteriehersteller seien in Aufbruchstimmung: "2009 wird das Jahr der Taten", sagt der Experte.

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