Elektroautos
Mini E: Lautlos durch Los Angeles

Jetzt funkt es auch bei BMW. Bislang setzten die Bayern auf ihre "Efficient Dynamics"-Technologie und arbeiteten an Hybridantrieb und dem Wasserstoffmotor. Nun bringen sie bei Mini eine erste Kleinserie mit Elektromotor an den Start.

dpa-infocom HAMBURG. Der Mini E ist ein technologischer Vorbote des sogenannten i-Car, das bis spätestens 2015 als neues Stadtauto den Markt erobern soll. Das Elektroauto wird im Flottenversuch von Firmen und Privatleuten zunächst in Kalifornien, New York und New Jersey eingesetzt. Dafür sollen bis Jahresende rund 500 Fahrzeuge gebaut werden, von denen bereits die ersten lautlos durch Los Angeles stromern. Eine Flotte von 50 Autos soll auch in Deutschland auf die Straße gebracht werden.

Spontaner Antritt wie im Sportwagen

Wie jedes Elektroauto überzeugt der Mini E vor allem durch seinen spontanen Antritt, der auf den ersten Metern selbst den Vergleich mit einem Sportwagen nicht scheuen muss. Obwohl der Stadtflitzer mit den Lithium-Ionen-Akkus 300 Kilogramm zugelegt hat und die Signallampe der Traktionskontrolle flackert wie eine defekte Christbaumkerze, lässt er die meisten Benziner locker stehen. 150 kW/204 PS und 220 Newtonmeter ab der ersten Umdrehung des Motors lassen den Mini E nach dem Ampelstopp davonzischen wie ein Spielzeugauto auf der Rennbahn. Und nicht einmal kuppeln und schalten muss der Fahrer zwischendurch. Der erste Gang reicht bis hinauf zur elektronisch auf 152 km/h begrenzten Höchstgeschwindigkeit. Und wer mit etwas Glück in LA mal eine freie Straße findet, muss bei einem Sprintwert von 8,5 Sekunden aufpassen, dass er nicht den Strahl aus der Radarpistole eines Sheriffs kreuzt und die Nacht hinter Schloss und Riegel verbringt.

Zwangspausen trotz Ladestation mit Turbo-Effekt

Zwangspausen gibt es aber auch für gesetzestreue Mini-Fahrer. Denn der Batteriepack - wie beim Tesla-Roadster aus mehr als 5 000 einzelnen Laptop-Akkus zusammengesetzt - hat zwar eine Kapazität von 35 Kilowattstunden (kWh) und reicht im Idealfall für 250 Kilometer. Doch danach muss der Prototyp für bis zu 20 Stunden an die Steckdose. Weil das den ungeduldigen Amerikanern ein bisschen lang sein dürfte, hat BMW für die Ladestation zu Hause einen Booster entwickelt, mit dem die Stromstärke erhöht wird und die Ladezeit auf 2,5 Stunden sinkt.

Außerdem kann man den Aktionsradius durch umsichtiges Fahren selbst erweitern. Denn wo andere Autos einen Leerlauf haben, setzt beim Mini sofort eine Art Schubumkehr ein: Dann wird der Elektromotor zum Generator und lädt den Akku. Das verzögert den Wagen so stark, dass man in der Stadt drei Viertel aller Zeit überhaupt nicht auf die Bremse treten und so Energie unsinnig vernichten muss. In welchem Modus der Motor gerade arbeitet, erkennt man auf der kleinen "Power"- Anzeige unter dem Tacho, die im normalen Mini für die Tankuhr reserviert ist. Der Drehzahlmesser ist zum Ladestandsanzeiger umfunktioniert worden. Sieht man von der Steckdose im Tankdeckel und der demontierten Auspuffanlage ab, sind die Änderungen im Vergleich zum Serien-Mini aber nur marginal - neu sind die Farbgestaltung und ein paar Aufkleber. Dabei hätte dem Wagen zum Beispiel ein Monitor mit ein paar weiteren Grafiken zum Energie- und Kraftfluss gut zu Gesicht gestanden.

Seite 1:

Mini E: Lautlos durch Los Angeles

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%