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Elektromotorrad Zero S: Elektrischer Leisetreter auf zwei Rädern

Das amerikanische Unternehmen Zero Motorcycles hat seine Elektromotorrad-Palette gründlich überarbeitet und bietet mit der Zero S einen Allrounder für den 125er-Führerschein an.

von Thilo Kozik Quelle: MID
Das US-Bike Zero S kann mit dem Führerschein für Leichtkrafträder gefahren werden. Quelle: MID
Das US-Bike Zero S kann mit dem Führerschein für Leichtkrafträder gefahren werden. Quelle: MID

Barcelona/SpanienEnergiewende, Stromdiskussion und Elektromobilität – die Schlagworte heutiger Nachrichten bereiten den Boden für Unternehmen wie die US-Firma Zero Motorcycles, die schon seit ein paar Jahren stromgetriebene Motorräder anbieten. Bislang jedoch mit wenig durchschlagendem Erfolg. Das hatte viele Gründe. Sicher lag es an den Produkten selbst – gerade hinsichtlich Alltagstauglichkeit, Fahrdynamik und Reichweite hatten die Elektromotorräder ihre Probleme. Mit seiner 2012er Palette sieht sich Zero Motorcycles auf dem besten Weg, diese Probleme gelöst zu haben, und lud zu einem Fahrtermin an die Costa Brava.

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Hier hat vor allem die neue Zero S im Fokus gestanden. Schon vor dem morgendlichen Start verdeutlicht der Stromer beim Parken an der Ladestation bereits im Stand, dass es sich hier um ein ungewöhnliches Zweirad handelt. Im Stile eines modernen Roadsters mit flacher Sitzbank, großem Trapezoid-Scheinwerfer und breitem Rohrlenker verblüfft die luftige Silhouette, die von einem geschickt kaschierten, mittigen Batterienpack dominiert wird. Zusammengehalten wird das Ganze von einem gerade mal zehn Kilo leichten, schwarzen Aluminiumgussrahmen. Das fast gerade Polster platziert den Fahrer in guten 832 Millimetern Höhe und zwingt ihn beim Griff an den Lenker zur leichten Vorlage.

Die Zero S glänzt mit einem überaus stabilen Fahrwerk. Quelle: MID
Die Zero S glänzt mit einem überaus stabilen Fahrwerk. Quelle: MID

Die tief platzierten Fußrasten erlauben kommode Kniewinkel, die schmale Baubreite einen guten Knieschluss. Beim Drehen des Zündschlüssels gibt es eine kleine Überraschung: Neben der grünen Bereitschaftsanzeige im Cockpit kündet ein leichtes Vibrieren von der Startbereitschaft, damit der Fahrer nicht unbeabsichtigt den Vortrieb auslöst. Dieser fällt übrigens erstaunlich sanft und moderat aus, erst ab zirka 60 km/h zieht die Zero spürbar kräftiger durch. Ein neuer Controller besänftigt das mörderische Anfahrdrehmoment des neuen Gleichstrom-Elektromotors und sorgt dafür, dass dieses ein wenig verzögert einsetzt. Das Kontrollsystem arbeitet mit einer Spannung von 72 Volt, dadurch bleibt der zwangsbelüftete E-Motor kühl und kann mit einer hohen Drehzahl betrieben werden. Neu sind auch die zwei Betriebsmodi Eco und Sport, die sich in der Beschleunigung und damit der Reichweite, nicht aber bei der erzielbaren Höchstgeschwindigkeit unterscheiden: Mit versprochenen 142 km/h stößt Zero die Tür in echte Motorradbereiche auf. Das erscheint durchaus glaubhaft, denn auf der spanischen Landstraße zeigte die übersichtliche Analog-Digital-Tachoeinheit der „S“ ohne viel Anlauf gute 130 km/h an.

  • 08.04.2012, 11:46 UhrE_teuer

    Der Preis ist nicht akzeptabel. Wenn ich Maschine mit der großen Reichweite für 5.000€ bekomme, dann denke ich darüber nach. Außerdem sollte die lautlose Fortbewegung nicht immer so besonders hervorgehoben werden. In der Realität kommt es zu vermehrten Zusammenstößen mit Fußgängern etc., weil man die Maschinen nicht hören kann. In unserer Firma haben wir alle Elektrostapler aus diesem Grund gegen Gasstapler getauscht. Leise kommt der Tod!!

  • 08.04.2012, 16:59 Uhrtoni2012berlin

    Na, es gibt Leute, die verfluchen alte, stinkende Zweitakter. Habe mich erinert, einen Summer oder so etwas mal vorgeschlagen zu haben....

  • 09.04.2012, 10:37 Uhrshrinkhead

    Lustige Firma von E_teuer, ich hätte meinen Fahrern ja eher ein Radio spendiert als in neue Gabelstapler zu investieren.

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