Elektronik--Standard kommt mit angezogener Handbremse
Autosar-Sensoren messen Ölstand und Bremsenverschleiß

Autosar ist da, die "Automotive Open System Architecture", ein offener Industriestandard für die Elektronik im Auto. Autohersteller BMW bringt im aktuellen Siebener-Modell die neuartige Elektronik erstmalig auf die Straße. Dennoch nehmen die Entwickler einvernehmlich den Fuß vom Gas, wenn es um die Durchsetzung des neuen Standards geht.

KÖLN. Für Dirk Diekhoff war der Schritt im Grund unvermeidlich. "Ein einheitlicher Standard war für die Automobil-Branche eine logische Konsequenz aus den letzten Jahren", sagt der Leiter Produktmanagement der Elektrobit Automotive GmbH aus Erlangen. Als Software-Entwickler für die Automobilbranche stand sein Arbeitgeber nämlich vor einer ständig wachsenden Herausforderung: Denn mit der Einführung immer neuer Funktionen ist die ganze Auto-Industrie an ihre Grenzen gelangt.

Bei über sechzig Sensoren und Steuergeräten in einem Oberklassefahrzeug haben Entwickler heute alle Hände voll zu tun, um Bremskraftverstärker, Einparkhilfe oder Zentralverriegelung in einem Bordcomputer zu vereinen, der sich mit der Fülle verschiedener Programmiersprachen und Daten-Standards auskennt.

Der Nutzen ist schon spürbar

Doch nun soll alles besser werden: Autosar ist da, die "Automotive Open System Architecture", ein offener Industriestandard für die Elektronik im Auto. Autohersteller BMW bringt im aktuellen Siebener-Modell die neuartige Elektronik erstmalig auf die Straße: Sechs Steuersysteme und der zentrale Bordrechner enthalten den Autosar-Standard, unter anderem die Karosserieelektronik, die etwa die Schließsysteme für den Eintritt in das Auto steuert, dazu bestimmte Komfortfunktionen im Interieur wie beispielsweise der elektronische Fensterheber. Ölstand und Bremsenverschleiß werden von autosarkonformen Messgeräten überwacht. Und Autosar-Komponenten regulieren den Energieverbrauch, die Programmierung sowie die Fehlerdiagnostik.

"Der Nutzen ist schon spürbar", freut sich Kai Barbehön, Leiter der Abteilung Plattform-Technologien bei der BMW Group. "Entwicklungen erreichen so früher eine deutliche bessere Qualität. Und die Lastenhefte für die Lieferanten sind deutlich dünner geworden."

Bereits seit 2002 arbeiten Autohersteller und Zulieferer in einer Entwicklungspartnerschaft an dem Standard, der künftig einen einheitlichen Informationsaustausch im Fahrzeug möglich machen soll. Ziel: Sämtliche Basis-Funktionen der Software sollen in einer gemeinsamen Sprache formuliert sein. Das soll den Zusammenbau erleichtern und das System stabiler werden lassen. Software-Entwickler Diekhoff von der Elektrobit GmbH ist jedenfalls zuversichtlich, dass sich Autosar bald auch für die Zulieferer auszahlt: "Aber noch bereitet die Entwicklung mehr Aufwand als Ertrag", gibt der Techniker zu bedenken.

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