Elektronikmesse CES: Wenn das Auto das Haus heizt

Elektronikmesse CES
Wenn das Auto das Haus heizt

Auto und Internet wachsen zusammen, das zeigt die Leitmesse der Konsumelektronik. Aber das ist kein reibungsloser Prozess, den Chancen stehen große Risiken gegenüber. Doch davon lässt sich in Las Vegas niemand bremsen.
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Las VegasWarum denn  nur fahren? Toyotas kommendes Wasserstoff-Auto hat genug Energie, um im Notfall ein Einfamilienhaus eine Woche lang mit Energie zu versorgen. Einen entsprechenden Adapter für die Garage wird es in Zukunft geben, versprach Toyota bei der Präsentation seines FCV genannten Prototyps in Las Vegas auf der Elektronikshow CES. Dann lässt sich auch im tiefsten Schneesturm, wie er derzeit weite Teile der USA heimsucht, gemütlich Zuhause am Tablet spielen oder der Abend vor dem Ultra-HD-TV verbringen.

Auto und Internet wachsen immer stärker zusammen, das zeigt die Leitmesse der Konsumelektronik in der Wüste von Nevada. Aber es wird kein reibungsloses Zusammenwachsen. Großen Chancen stehen große Risiken gegenüber. Doch davon lässt sich hier niemand abhalten. Während erste Bundesstaaten in den USA darüber nachdenken, Google Glass hinter dem Steuer zu verbieten, entwickelt die Elektronikindustrie munter drauf los.

Harman, einer der größten Anbieter für Car-Elektronik und Unterhaltung präsentiert seine Ideen im Hard Rock Hotel  in Las Vegas auf der Elektronikshow CES, bei der sich mittlerweile fast alles um Mobilität und damit auch Autos dreht. Der Hoffnungsträger heißt ADAS, Advanced Driver Assistance System, eine genormte Schnittstelle, wie sie auch in Googles Datenbrille zur Verfügung steht.

Längst geht es nicht mehr darum, ein noch besseres  Autoradio einzubauen oder den Kindern Videos auf den Rücksitzen zu zeigen. „In-Car-Infotainment“, Unterhaltung im Auto, vor drei Jahren noch der Renner, ist in den Hintergrund gerückt. Heute geht es um die sichere Vernetzung von Fahrzeug-Telematik, Cloud-Diensten und mobilem Internet. Die Implementierung von ADAS in mobilen Endgeräten wird 2016 bereits ein Markt von fünf Milliarden Dollar sein, schätzt Auto-Spezialist Harman.

Das Unternehmen will von Anfang an mit dabei sein und setzt auf Google Glass: Unablässig überwacht die in der Brille verbaute Kamera die Fahrspur und liefert die Daten an die Fahrzeugelektronik. Sie schätzt mit Hilfe der Bilder, der Daten der Fahrzeugsensoren  und Informationen aus dem Internet das Risikopotenzial auf der Fahrspur ab.

Die aktuellsten Verkehrsmeldungen fließen ein, und bei Bedarf gibt es optische und akustische Warnmeldungen. Im Notfall greift der Wagen mit seinen integrierten Sicherheitssystemen dann beherzt zur Selbsthilfe und leitet automatisch einen Bremsvorgang ein.

Mehr Sicherheit verspricht auch Cellcontrol. Die kleine solarbetriebene Kamerabox DriveID an der Windschutzscheibe identifiziert den Fahrer hinter dem Lenkrad und schaltet zwangsweise dessen Smartphone und Tablet in einen sicheren Fahrtmodus. Schreiben oder lesen von Textmitteilungen und telefonieren ohne Freisprecheinrichtung sind dann zum Beispiel gesperrt, neue Apps lassen sich nicht starten, so bald sich das Fahrzeug bewegt.

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  • Dann ist sicherlich die Frage erlaubt, weshalb Ballard bereits weltweit Busse erfolgreich seit Jahren auf Brennstoffzellentechnik beliefert, und diese Emissionsarm schon mehr als 500TKM fahren. Ebenso die Anwendung als Backup-Lösung in Krankenhäusern (Notstrom-Lösung) oder in der Fernmeldetechnik. Notstromversorgung von Sendemasten. Wenn dies alles so unrentabel ist oder scheint, wieso leisten sich verschiedene Unternehmensbereiche diese Lösungen?

  • Wozu Brennstoffzelle? Der Bio-Ethanol-Einsatz ist erprobte Technik und nicht teurer als Benzintechnik. Multi-fuel Motoren gibt es genug. Ob eine Zapfsäule Benzin oder Ethanol ausspuckt macht technisch auch keinen Unterschied, es ist also die komplette Infrastruktur vorhanden. Wasserstoff hingegen ist mit diversen Problemen behaftet. Werkstoffversprödung, Knallgas, Infrastruktur um mal Beispiele zu geben. Technisch sicher interessant, aber ansonsten Unsinn!

  • @singer_I
    Schön wär's. Die Brennstoffzelle ist eine "geile" Technik, aber sehr weit entfernt von der realen Volkswirtschaft. Für 3000$ (interne Kosten) ist ein 50 kW-Stack einfach nicht machbar. Und dann kommt die H2-Infrastruktur noch oben drauf. Selbst wenn der H2 geschenkt wäre lohnt sich die ganze Umrüstung nicht.
    Vielleicht kommt sie, wenn Graphen zur Massenware mutiert, oder ein funktionierender edelmetallfreier Katalysator zur Verfügung steht, aber vorher....?
    Bin seit 17 Jahren in der Branche.

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