Elektroroller e-max 90 S im Test
Zweitakter-Knattern ist passé

Mit dem Elektro-Scooter "e-max" lässt sich heute in die geräuscharme Welt der Citymobilität von morgen hineinschnuppern. Wir haben eine Nase davon genommen, den abgasfreien Ausritt aber nicht komplett genossen.
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Düsseldorf"Mach‘s maxi". Was Kunden einer US-amerikanischen Schnellimbisskette beim Bestellen von sogenannten "Sparmenüs" leicht von den Lippen geht, muss auch den Schöpfern des Elektrorollers "e-max" Befehl gewesen sein. Denn es ist schon ein ganz schön dicker Rollerbrocken, der da der umweltbewussten Zweiradkundschaft aufgetischt wird.

Von "Fast Food" freilich kann im Fall des e-max 90 S keine Rede sein. Denn der "schnell" in China gebaute und dann an über 150 deutsche Händler vertriebene Elektroroller fällt in erster Linie durch sein unkonventionelles Design auf. Mit den übereinander angeordneten Doppelscheinwerferaugen, seiner ausladenden, aerodynamischen Kunststoffverkleidung und in der orange-schwarzen "Kriegsbemalung" des neuen Modelljahrs ist dieser auf 13-Zoll-Rädern stehende Scooter eine imposante Erscheinung.

Beim ersten Aufsitzen überrascht das üppige Platzangebot, das man eher von einem 125er oder 250er-Roller erwarten würde. Auch langbeinige Rollerpiloten finden bei einer Sitzhöhe von 79 Zentimetern auf dem Rücken des Elektroflitzers ausreichend Platz für sich und die Knie.

Ist der Zündschlüssel gedreht, zeigt der e-max, was ihn so besonders macht. Ein leichtes Drehen am "Gas"-Griff und schon setzt sich der Scooter lautlos in Bewegung. Nichts knattert, nichts vibriert, unter der Sitzbank herrscht Stille. Dort, wo sonst der Kolbenmotor seine Arbeit verrichtet, versorgen vier 12-Volt-Akku-Blöcke den ins Hinterrad integrierten Radnabenmotor mit Strom .

Das vollelektrische Cruisen bereitet eine Menge Freude, ist aber auch gewöhnungsbedürftig: Zum einen fehlt das typische Knattern, das Scooter-Enthusiasten der alten Schule so lieben. Andererseits macht es aber auch mächtig Spaß, wie von Geisterhand an den sich im Schritttempo durch die City quälenden Blechlawinen vorbeizuziehen.

Allerdings wird man mangels Motorsound leicht übersehen und noch leichter überhört – sogar von Fußgängern. Gut dass die hydraulischen Scheibenbremsen kräftig und gut dosierbar zupacken.

Im Dauerbetrieb kommt der Elektromotor auf eine Leistung von 2,8 kW/3,7 PS. Nach den ersten Metern wird allerdings klar, warum der 90 S versicherungs- und führerscheintechnisch in die Abteilung der kleinen 50ccm-Roller einsortiert wird. Denn die nominell üppig vorhandene Leistung wird vom schieren Eigengewicht des E-Rollers buchstäblich aufgewogen.

Denn beim Leergewicht ist der e-max ein Großer: Mit seinen 150 Kilogramm bringt er rund zwei Drittel mehr Masse auf die Waage als ein handelsüblicher 50er Roller mit Verbrennungsmotörchen.

Das spürt man als 90-Kilo-Fahrer vor allem beim Ampelstart. Dann nämlich werden selbst Mofa-Fahrer im direkten "Sprint"-Duell zu ernsten Gegnern, es sei denn, man ist schnell mit der roten "Boost"-Taste unterhalb des Gasgriffs bei der Hand.

Auf Knopfdruck mobilisiert der E-Roller für ein bis zwei Minuten sein volles Kurzzeit-Leistungspotenzial von gut fünf PS und kommt zügig auf die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Bei der Neuauflage, die dieser Tage in den Handel kommt, soll die zeitliche Beschränkung im Max-Modus allerdings wegfallen.

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