Erfolg der Hybridautos
1,5 Liter auf 100 Kilometer

In Kalifornien sind Hybridautos Kult. Inzwischen sind so viele Hybridautos unterwegs, dass die Sonderfahrspur zu verstopfen droht. Findige Bastler tunen ihre Autos, um sie noch sparsamer zu machen.

Lange sträubte sich Mike Langberg gegen den Kauf eines Prius. Das populäre Hybridauto von Toyota gefiel ihm und seiner Frau zwar außerordentlich gut. Doch ökonomisch sinnvoll, das hatte Langberg ausgerechnet, war der Prius nicht. Knapp 6 000 Dollar teurer als ein vergleichbarer Toyota Corolla mit konventionellem Antrieb, hätte sich der Aufpreis frühestens nach fünf Jahren amortisiert.

Den Wagen gekauft hat Langberg dann doch. Zwei Gründe stimmten ihn um: Steuererleichterungen und die Erlaubnis, im Berufsverkehr eine Sonderfahrspur durch die City zu nutzen. Die US-Regierung bezuschusst derzeit noch den Kauf von Hybridautos mit Steuererleichterungen von bis zu 3 400 Dollar pro Fahrzeug. Aber nicht mehr lange: Damit die Steuergelder nicht nur in die Kassen der Hybridmarktführer Toyota und Honda fließen, haben Lobbyisten in Washington durchgesetzt, dass die Zuschüsse künftig gedeckelt werden. Und im August entfällt im Silicon Valley, in Los Angeles und San Diego möglicherweise auch der andere Hybridbonus. Hybridfahrzeuge durften lange die so genannte Diamond Lane benutzen. Inzwischen aber sind so viele Hybridautos unterwegs, dass die Sonderfahrspur zu verstopfen droht.

Den Erfolg der Hybridautos kann dies nicht brechen. In Prius-Hochburgen wie Santa Monica beträgt die Lieferzeit für das Auto noch immer bis zu vier Monate. Der Honda Accord in der Hybridversion verkauft sich hingegen nur schleppend. Und auch Ford muss einige Incentives aufbieten, um den Geländewagen Ford Escape in der Hybridvariante auf die Straße zu bringen. "Im Massenmarkt zählt das Image weniger”, erklärt Analyst Jesse Toprak vom Online-Vermarkter Edmunds.com. "Da geht es eher um Benzinverbrauch und Kosten.” Und da bieten die Hybriden der ersten Generation noch offene Flanken: Die Autos sind zu teuer. Und beim Benzinkonsum, ermittelten die Tester von "Consumer Reports", der US-Variante von Stiftung Warentest, untertreiben die Hersteller. Der reale Kraftstoffverbrauch sei, wenn die Autos viel über Land bewegt werden, meist deutlich höher als im Verkaufsprospekt angegeben.

Felix Kramer kann sich über den Verbrauch seines Prius nicht beklagen. Das Exemplar, das der Gründer der Lobbyorganisation "CalCars" aus dem Silicon Valley fährt, schluckt auf 100 Kilometer im Schnitt nur 2,3 Liter. Allerdings hat Kramer kräftig in sein Auto investiert. Rund 12 000 Dollar ließ er sich ein Umrüst-Kit kosten, das eine Batterie mit einer höheren Ladekapazität sowie einen Stromanschluss beinhaltet. Nachts kommt der Wagen an die Steckdose. Der so getunte "Prius Plus" kommt mit einer Tankfüllung bis zu 1 200 Kilometer weit.

Anfangs hielten ihn die Leute für einen Spinner. Doch seit US-Präsident George W. Bush im April aufladbare Hybrids in höchsten Tönen pries, werden Kramer und sein Verein ernst genommen. Im Mai ließ er sein Auto gar nach Washington transportieren, um bei einer Anhörung vor dem Senat für Elektrofahrzeuge zu werben. "Als ich gefragt wurde, was die Lösung für Amerikas Energieprobleme wäre und ich den Ladestecker meines Autos aus der Tasche holte, gab es ein großes Gejohle”, erzählt Kramer. Der kalifornische Spezialausrüster Energy CS will in Kürze ein Umrüst-Kit namens EDrive für den Prius anbieten, für voraussichtlich 12 000 Dollar. Bei besonders effektiver Fahrweise, behauptet Energy CS, sei ein Durchschnittsverbrauch von 1,5 Liter pro 100 Kilometer möglich.

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