Ergebnisse der großen Winterreifentests
Klarer Vorteil für teurere Markenware

Wer bei Nässe, auf Eis und Schnee sicher beschleunigen, lenken und bremsen will, der sollte möglichst bald auf gute Winterreifen umrüsten. Die besten Kandidaten aus den aktuellen Tests bieten aber wenig Sparpotenzial.
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Hamburg/München/DüsseldorfSeit der Einführung der situativen Winterreifenpflicht in Deutschland verzeichnet die Branche bei den Autobesitzern eine hohe Umrüstquote, die in diesem Jahr bei 90 Prozent liegen soll. Dem großen Reifensortiment aus aller Herren Länder steht der Kunde aber bisweilen machtlos gegenüber. Denn Winterreifen dürfen auf nicht von Eis oder Schnee bedeckten Straßen eben auch nicht wesentlich schlechter sein als Sommerreifen, schließlich geht es zwischen Oktober und März nicht nur winterlich zu. Aber für Nässe, Schnee und Eis sollen sie auf jeden Fall bestens gerüstet sein. Wir fassen die Ergebnisse der wichtigsten aktuellen Tests zusammen:

So sind im großen Winterreifentest der Zeitschrift "Auto Bild" 42 Winterreifen der Dimension 205/55 R 16 H geprüft worden. Sie passen auf Fahrzeuge der Kompakt- und Mittelklasse wie dem Ford Focus, Opel Astra und Kia Ceed. Als Gesamttestsieger wird der WinterContact TS 850 von Continental genannt. Mit dem Siegel "Vorbildlich" wurden auch die beiden Zweitplatzierten Bridgestone Blizzak LM–32 und Michelin Alpin A4 ausgezeichnet.

Bei den sicherheitsrelevanten Disziplinen Bremsen mit Tempo 80 auf nasser Fahrbahn sowie Bremsen bei Tempo 50 auf verschneitem Grund hatten sich aber bereits im ersten Teil des Testes 27 Kandidaten verabschieden müssen. Auf nasser Piste differierte der Bremsweg vom kürzesten bis zum längsten Stopp um mehr als 15 Meter, - ein enormes Sicherheitsrisiko besteht also für die Fahrzeuginsassen, wenn die falschen Pneus ausgezogen wurden.

Als Bester stand nach 40,1 Metern der Semperit Speed-Grip 2, das Schlusslicht Wanli Snowgrip S-1083 kam dann bei 56 Metern zum Stehen. Insgesamt belegte der Continental hier im Bremsverhalten Platz 1, gefolgt von Semperit und Bridgestone.

Nach dieser Vorentscheidung in Sachen Sicherheit legten die Reifentester weitere Kriterien an: Handling, Traktion, Seitenführung, Aquaplaning, und als sehr wichtiger Punkt das Preis-Leistungsverhältnis. Den Titel "Eco-Meister 2012" hat dann der Kleber Krisalp HP2 für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis wegen seiner hohen Laufleistung und seinem geringen Rollwiderstand errungen.

Insgesamt allerdings wird der Pneu der französischen Michelin-Tochter nur mit befriedigend bewertet. Damit belegt der Kleber den drittletzten Platz unter den verbliebenen 15 Reifen, gefolgt vom Uniroyal MS plus 66 auf dem Platz 14 und dem Maxxis Presa Snow MA–PW als Schlusslicht.

Gesamtsieger Continental überzeugte aufgrund der Spitzenplatzierungen bei allen Winterdisziplinen dem dynamischen Nass-Handling, dem Aquaplaning sowie dem Rollwiderstand. Einzig der hohe Anschaffungspreis von 480 Euro für einen Satz wird als Schwäche aufgeführt.

Diese Kosten fallen auch für einen Satz Goodyear UltraGrip 8 an, der zwar als empfehlenswert eingestuft wurde, aber mit dem Gesamtplatz 7 vorliebnehmen musste. Seine Stärken wiederum liegen vor allem in den vorbildlichen Aquaplaning-Eigenschaften und im präzisen Lenkverhalten.

Der Michelin Alpin A4 kostet gar 520 Euro, überzeugte aber aufgrund seiner vorbildlichen Kilometerleistung als Gesamtdritter. Der Hankook Winter i cept RS kommt auf Platz 4 und ist mit 380 Euro quasi ein Schnäppchen. Dabei bietet er noch sichere Handhabung und gute Seitenführung.

Stark im Handling sind auch der Dunlop SP Winter Sport 4D, der Pirelli W. Snowcontrol Serie 3 und der Nokian WR D3. Sie gehören zur Gruppe der sieben als empfehlenswert eingestuften Winterreifensorten. Dem Nokian auf Gesamtplatz 9 und für 380 Euro pro Reifensatz attestierten die Tester gar vorbildliche Handling-Qualitäten.

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Von gut bis mangelhaft im ADAC-Test

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  • Klarer Vorteil wenn vor allem die Sicherheit auf dem Spiel steht!! Auch wenn der "hohe" Preis von 480€ beim Gesamtsieger Continental ansteht, aber wenn es um die Sicherheit auf den winterlichen Straßen geht, dann ist er seinen Preis auf jeden Fall wert. Als Marktführer Europas und mit Schaeffler als Ankeraktionär legt Continental ohnehin sehr großen Wert auf immer wieder neuen Innovationen und Entwicklungen. Schaeffler selbst kennt bei Innovationen keine Grenzen und die Zusammenarbeit beider Unternehmen kann somit nur Vorteile bringen.

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