Ergebnisse des neuen TÜV-Report
Jeder fünfte PKW weist Mängel auf

Positive Wirkungen der Abwrackprämie lassen weiter auf sich warten: Im aktuellen TÜV-Report 2012 hat die Mängelquote wieder leicht zugenommen. Und deutsche Premium-Autos sind immer noch keine Mängelzwerge.
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MünchenLaut dem aktuellen TÜV-Report haben 19,7 Prozent der Pkw auf Deutschlands Straßen erhebliche Sicherheitsmängel aufgewiesen. Das sind 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 26,3 Prozent weisen zumindest leichte Mängel auf und rund die Hälfte (53,9 Prozent) sind mängelfrei. Die Prüforganisation untersuchte 3,1 Millionen Pkw. Mängelzwerg ist wiederum der Toyota Prius.

"Rechnet man die Quote der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln auf den Gesamtbestand der Pkw in Deutschland hoch, bedeutet das Ergebnis, dass rund acht Millionen Fahrzeuge den Anforderungen an die technische Sicherheit nicht genügen", erläuterte Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV e.V. Erfreulich sei aber die Entwicklung, dass sich der Anteil der mängelfreien Fahrzeuge in den vergangenen fünf Jahren von 48,3 Prozent im Jahr 2007 auf 53,9 Prozent im TÜV Report 2012 verbessert habe.

Die Mängelreihenfolge, die im TÜV-Report insgesamt 127 Plätze aufweist, zeigt, dass überwiegend japanische und deutsche Kompaktfahrzeuge zu den Mängel-Unauffälligsten zählen. Zu den Schlusslichtern zählen hauptsächlich koreanische und italienische sowie französische Autos. Die rote Laterne erhielt der Dacia Logan auf dem 127. Platz.

Beste deutsche Fahrzeuge sind der Porsche Boxster/Cayman auf Platz 3 sowie der VW Golf Plus auf Rang 9. Doch keines der sogenannten "Premium-Fahrzeuge" deutscher Herkunft von Audi, BMW und Mercedes taucht unter den zehn besten Mängelzwergen auf.

Trotz der höheren Mängelquote meint der TÜV, dass die Abwrackprämie aus dem Jahr 2009 sich allmählich positiv auf die Mängelquote auswirke. 2012 soll der Effekt deutlicher ausfallen. Rein rechnerisch wurden vor zwei Jahren rund zwei Millionen Altfahrzeuge verschrottet.

Die "Mängel-Hitliste" führt wie seit Jahren die Beleuchtung mit 8,3 Prozent an, während Beanstandungen an Achselementen, Bremsen oder Lenkung inzwischen mit 0,1 bis 1,1 Prozent eine untergeordnete Rolle spielen. Erwartungsgemäß steigen mit zunehmendem Fahrzeugalter und zurückgehender Bereitschaft, das Fahrzeug regelmäßig zu warten, die Mängel an, die den Prüfingenieuren in der Hauptuntersuchung auffallen.

Den insgesamt gegenläufigen Trend (einerseits mehr Autos mit erheblichen anderseits aber auch mehr Fahrzeuge ganz ohne Mängel) erklärte Klaus Jürgensen, vom TÜV Nord: „Einerseits bauen die Hersteller gute Autos, die auch nach vielen Jahr noch ohne Mängel unterwegs sein können. Andererseits kümmern sich viele Autofahrer zu wenig um die Technik ihres Fahrzeugs. Der Autofahrer will ein funktionierendes Gefährt, das ihn sicher von A nach B bringt, ohne dass er sich darum sorgen muss. Viele scheuen dann auch aus Kostengründen regelmäßige Werkstatttermine zur Inspektion und zur Wartung. Das ist ein Fehler. Wer sich ein wenig um sein Auto kümmert und es in einer Fachwerkstatt warten lässt, kann der Hauptuntersuchung gelassen entgegen sehen.“

Ein Sprecher betonte, der TÜV werde sich bald auf die zunehmende Zahl von modernen Fahrerassistenzsystemen wie Spurwechsel- oder Spurhalteassistent oder später auch Müdigkeitsassistent und andere sicherheitsrelevante Systeme einstellen müssen. Nach einem Beschluss der EU-Kommission sollen alle elektronisch geregelten Sicherheitselemente (bisher zählten dazu überwiegend Systeme wie ABS, ESP oder auch alle Airbags) eines Autos ab dem 1. April 2012 mit untersucht werden.

Höhere Kosten bei der Hauptuntersuchung sollen den Verbrauchern aber nicht entstehen, da bereits seit 2006 je Untersuchung ein Euro für die Entwicklung entsprechender Prüfsysteme abgezweigt wurde. Betroffen von der erweiterten Untersuchung sind alle Fahrzeuge ab Baujahr 2006.


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motor-informations-dienst / global-press

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