Erneute Rückrufaktion: Toyota und Lexus müssen in die Werkstätten

Erneute Rückrufaktion
Toyota und Lexus müssen in die Werkstätten

Der japanische Autobauer Toyota startet eine weitere große Rückrufaktion. Während in den USA mehr als eine Million Toyotas in die Werkstätten müssen, ist in Europa offenbar nur Lexus betroffen.

TorranceSeit Oktober 2012 ist es die dritte große Rückrufaktion, die Toyota nun ankündigt. Insgesamt müssen rund 1,3 Millionen Toyota und Lexus außerplanmäßig in die Werkstätten. Betroffen sind mehrheitlich Fahrzeuge in den USA. In Europa muss der Hersteller nur die Lexus-Modelle zurückrufen.

Bei 752.000 Kompaktwagen vom Typ Corolla, Voltz und Corolla Matrix kann ein Kurzschluss in der Steuerungselektronik schlimmstenfalls dazu führen, dass die vorderen Airbags und die Gurtstraffer auslösen. Betroffen sind davon die Baujahre 2003 und 2004 in USA, Kanada und Mexiko.

Bei diesen Fahrzeugen könnten in seltenen Fällen Airbags ungewollt ausgelöst werden, weil das Airbag-Steuergerät durch elektromagnetisches Rauschen im direkten Umfeld beeinflusst werde, teilte der Konzern mit. Um dies zu verhindern, werde ein zusätzlicher elektrischer Filter eingebaut.

Bei 270.000 Limousinen vom Typ IS der Toyota-Premiummarke Lexus können zudem die Scheibenwischer wegen einer nicht richtig festgezogenen Mutter ausfallen, wenn etwa starker Schnee fällt. Hier betrifft der Rückruf Autos zwischen 2006 und Anfang 2012.

Während bei den europäischen Toyota-Modellen andere Airbag-Steuergeräte als in den USA verbaut sind, erhalten die 7.000 betroffenen Lexus-Kunden in Deutschland demnächst Post aus der Kölner Zentrale.

Toyota steht bei Defekten unter besonderer Beobachtung, seitdem 2009 und 2010 weltweit mehr als acht Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückbeordert wurden. Gründe für die Aktionen waren damals vor allem aus den USA gemeldete ungewollte Beschleunigung, rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale. Eine Studie der Nasa entlastete später allerdings den Autohersteller, der sich auch öffentlich entschuldigt hatte. Viele Fahrer sollen unter Stress Gas- und Bremspedal verwechselt haben. Dem Image des Konzerns schadete das wohl in den vergangenen Jahren, mittlerweile steht Toyota bei den Produktions- und Absatzzahlen wieder an der Weltspitze.

Mit einem Absatzplus von 23 Prozent fuhr der japanische Konzern 2012 von Platz 3 auf Platz 1 vor. Toyota verkaufte weltweit die Rekordzahl von 9,75 Millionen Fahrzeugen - die Opel-Mutter GM kam auf 9,3 Millionen, VW auf 9,1 Millionen. Die Konkurrenten gewannen zwar ebenfalls hinzu, allerdings in kleinerem Umfang.

Hauptantrieb bei Toyotas Überholmanöver war die Erholung der japanischen Autobranche nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vom März 2011. Zudem kommt den großen Autobauern während der schrumpfenden Absätze im krisengeschüttelten Europa zugute, dass die Geschäfte in den USA weiter glänzend laufen. Gerade hier konnte Toyota mit einem Plus von gut 26 Prozent kräftig zulegen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Frank G. Heide
Frank G. Heide
Handelsblatt / Redakteur Auto + Motor
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