Erste Ausfahrt im neuen Mini Cabrio: Hab Sonne im Herzen

Erste Ausfahrt im neuen Mini Cabrio
Hab Sonne im Herzen

Oben ohne macht der Mini zweifelsohne am meisten Freude. Nun startet auch die aktuelle Generation des Kleinwagens als Cabrio. Neu ist das elektrisch bedienbare Verdeck, geblieben ist der einmalige Fahrspaß.

Schritt für Schritt bringt Mini die gesamte Modellfamilie auf Vordermann. Kurz nach der Einführung der dritten Generation des Klassikers legte die BMW-Tochter erstmalig einen veritablen Fünftürer nach. Im Herbst 2015 folgte die Neuauflage des praktischen Kombis Clubman und nun steht, rechtzeitig zum Frühling, das Cabrio in den Startlöchern. Die Preisliste für den ab 5. März erhältlichen, offenen Mini beginnt bei 21.900 Euro – damit ist das Basis-Cabriolet genau so teuer wie der Clubman.

Der Winter meint es bei unserer Testfahrt in Los Angeles besonders gut mit uns. Statt der üblichen, milden Temperaturen zeigt das Thermometer schon über 30 Grad. Perfekt, um gleich am frühen Morgen das Cabrio von seiner Stoffmütze zu befreien und den Sonnenschein in das bekannte Cockpit mit den typisch-runden Instrumenten, Kippschaltern und neuerdings einem Head-up-Display hinein zu lassen. Erleichtert wird die spontane Frischluftfahrt durch ein erstmalig komplett elektrisch betriebenes Verdeck, das bei nicht mehr als 30 km/h binnen 18 Sekunden öffnet und schließt. Alternativ kann bei jedem Tempo wieder eine Schiebedachfunktion genutzt werden, die immerhin einen 40 Zentimeter großen Lufteinlass schafft.

Wer den aktuellen Mini kennt, ist auch vom Cabrio nicht überrascht: Knuffiger Körperbau, runde Kulleraugen und große Heckleuchten. Wie seine Brüder mit festem Dach wirkt auch das neue Oben-ohne-Modell erwachsener; vielleicht auch aufgeblasener. Vor allem im Vergleich mit dem Ur-Mini-Cabrio aus dem Jahr 1992 wird deutlich, wieviel Speck der Kleinwagen angesetzt hat. Gegenüber dem direkten Vorgänger hat das Cabrio noch einmal fast zehn Zentimeter in der Länge hinzugewonnen und ist um 4,4 Zentimeter in die Breite gegangen.

In der ersten Reihe sitzen die Passagiere jetzt etwas lockerer, im Fond nimmt weiterhin niemand freiwillig Platz. Deutlich gewachsen ist das Gepäckabteil, das mit 215 Liter bei geschlossenem Dach nun ein Viertel mehr schluckt als bisher und dank einer verbesserten Easy-Load-Funktion etwas leichter bepackt werden kann. Der Verdeckrahmen kann nun weiter nach oben geklappt und die Ladeöffnung noch ein Stück vergrößert werden. Wer offen reist, muss mit 160 Litern auskommen, kann aber zumindest längere Gegenstände dank umklappbarer Rückbank auf die hinteren Plätze durchschieben.

Kein Geheimnis sind die Motoren, die über alle Baureihen gleich sind. So stehen auch im Cabrio fünf Turbotriebwerke bereit. Die drei Benziner reichen vom 75 kW/102 PS starken One, über den 100 kW/136-PS-Cooper bis hin zum einzigen Vierzylinder im Cooper S mit 141 kW/192 PS. Auch bei den Dieseln gibt es einen Drei- und einen Vierzylinder, mit 85 /kW/116 PS (Cooper D) sowie 125 kW/170 Pferdestärken (Cooper SD). Letzterer fährt als einziger serienmäßig mit Sechsgang-Automatik vor, bis auf den One können alle anderen optional damit ausgestattet werden. Nötig ist das nicht, denn zu dem immer wieder betonten Go-Kart-Feeling, das auch das Cabrio bietet, passt die knackige, manuelle Sechsgang-Box sehr gut.

Dass auch der offene Mini noch einmal in Sachen Fahrdynamik zulegen konnte, liegt wie bei den anderen Baureihen der aktuellen Generation am vergrößerten Radstand, der breiteren Spur und überarbeiteten Achsen. Auch die Torsionssteifigkeit konnten die Ingenieure mit speziellen Streben im Unterboden und optimierten Schwellern erhöhen, so dass er nahezu komplett zitterfrei über Gullideckel und Bahnschienen rollt. Auf Wunsch gibt es auch im Cabrio adaptive Dämpfer, die zusammen mit Gaspedal, Lenkung und – wenn vorhanden – Automatikgetriebe über den Fahrmodusschalter beeinflusst werden können; entweder in Richtung Sportlichkeit oder Effizienz.

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Lustvolles Zwischengas-Frotzeln

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