Erste Ausfahrt im neuen Smart Fortwo ED Coupé
Bunter, billiger, - und besser?

Ohne Reichweiten-Bang, dafür aber rundum neu kommt im Frühjahr 2017 die dritte Generation des rein elektrisch getriebenen Smart Fortwo. Wir durften vorab schon einmal ein paar Runden mit der US-Version im Miami drehen.
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Elektroautos, die neu oder überarbeitet in den Markt kommen, dürfen sich meist einen kräftigen Schluck aus der Reichweiten-Pulle genehmigen. Im Fall des im April 2017 in dritter Generation startenden Smart Fortwo Electric Drive reichte es nur für ein Nippen. Trotz des bescheidenen Reichweitendopings konnte uns der Zwergstromer mit vielen Innovationen und deutlich verbesserten Fahreigenschaften beeindrucken.

Erfahrung macht bekanntlich klug und Erfahrungen mit der praktischen Nutzung des Fortwo ED hat Smart schon reichlich gesammelt. „Wir können sagen, dass unser Durchschnittskunde 35 Kilometer täglich fährt“, klärt der für den Antriebsstrang der Neuauflage verantwortliche Entwicklungsingenieur Jürgen Duda auf. Der Fortwo ED ist nun mal als reines Stadtauto gedacht, für das die bisherige Batterie mit bereits 145 Kilometern Reichweite völlig reichte.

Zwar gibt es eine neue Batterie mit neuen Lithium-Ionen-Zellen von LG, doch mit 17,6 kWh bietet sie die exakt gleiche Speicherkapazität wie bisher. Einem neuen, von Renaults Zoe abgeleiteten, effizienteren Antriebsstrang sei Dank, wurde dabei dennoch ein Reichweitenplus realisiert. Der fremderregte Drehstromsynchronmotor zieht nämlich nur 12,9 statt 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus der Batterie, weshalb der neue Fortwo mit gleicher Strommenge 15 Kilometer weiter als bisher kommt.

Bei der offiziellen Reichweite von 160 Kilometern handelt es sich um den NEFZ-Prüfstandwert, der im Autoalltag bekannterweise keinen Bestand hat, räumt Duda ein. Bei Smart geht man deshalb von einer realistischen Reichweite von mindestens 120 Kilometern aus. Allerdings hängt viel vom Fahrer und von den äußeren Umständen ab.

Nach einer Testrunde im flachen und für eine Antriebsbatterie optimal temperierten Miami waren bei unserem E-Smart nach 66 gefahrenen Kilometern noch 53 Prozent der Akkuleistung übrig. Hochgerechnet ergibt sich hieraus eine praktische Reichweite von 140 Kilometern. Und dabei war nicht einmal der Eco-Modus aktiviert, der in der von uns getesteten US-Spezifikation Leistung kappt und so noch ein paar Extra-Kilometer freisetzt.

Für den deutschen Markt wird der ED sogar einen schlauen Eco-Modus mit adaptiver Rekuperation bekommen. Mit Hilfe eines Radarsensors werden hierbei dem Verkehrsgeschehen angepasste Rekuperationsstufen gewählt.

Der Renault-Antrieb arbeitet nicht nur effizienter, sondern außerdem auch ruhiger. War beim Vorgänger das an eine Straßenbahn erinnernde Sirren noch sehr präsent, schlägt der neue Antrieb weniger aufdringliche Töne an. Neben einer Verringerung der hochfrequenten Antriebsakustik fährt sich das Fahrzeug insgesamt leiser, da auch der ebenfalls zusammen mit Renault neu entwickelten Karosserie in Hinblick auf Geräusche und Vibrationen bessere Manieren beigebracht wurden. Dem vielzitierten Ideal der angeblich lautlosen E-Mobilität ist der neue ED also näher denn je, was Smart veranlasste, optional einen Soundgenerator anzubieten. Dieser warnt Fußgänger bei Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h, danach reichen die Wind- und Abrollgeräusche.

Ebenfalls spürbar verbessert hat sich der Fahrkomfort.

Während der Vorgänger ein nervöser Hoppel war, der den Straßenzustand bisweilen recht ungefiltert nach oben weiterreichte, reagiert der neue angenehm gelassen auf Schlaglöcher. Zudem fährt sich der Smart - vor allem dank seiner breiteren Spur - runder und erwachsener. Dennoch bleibt er mit einem Radius von 6,9 Metern unvermindert wendig. Und er fährt auch noch spaßig, denn dank der im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie hat er einen für flotte Kurvenfahrten vorteilhaften, besonders tiefen Schwerpunkt.

Da die 60 kW/81 PS starke Antriebsmaschine ihr volles Drehmoment von 160 Newtonmeter stets spontan in den Vortrieb wirft, wirkt der Eintonner bei kurzen Sprints fast so spritzig wie ein Sportwagen. Bei beherzten Zwischenspurts im Stadtverkehr werden die Fahrgäste entsprechend verbindlich in die Lehnen gepresst. Nach oben raus wird die Luft allerdings schnell dünn. Für den Standardsprint auf 100 km/h vergehen 11,5 Sekunden. Maximal sind 130 km/h möglich, 5 km/h mehr als bisher.

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