Erste Fahrt im neuen Audi Q7: Schwergewicht auf leichtem Fuß

Erste Fahrt im neuen Audi Q7
Schwergewicht auf leichtem Fuß

Gleich und gleich gesellt sich gern: Zwischen Elefanten und Nashörnern bekommt der Audi Q7 in Namibia seinen letzten Schliff. Doch der erste Eindruck täuscht: Das Dickschiff hat abgespeckt und bewegt sich leichtfüßig.
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Er ist das Dickschiff unter den deutschen SUV. Kaum ein anderer moderner Geländewagen aus heimischer Produktion ist so gewaltig und gewichtig wie der Audi Q7. Deshalb ist es irgendwie passend, dass die Ingolstädter kurz vor dem Serienstart mit der zweiten Generation ausgerechnet nach Namibia gehen, um ihm auf einsamen Straßen zwischen Elefanten und Nashörnern den letzten Schliff zu geben: „Was wir den Autos hier zumuten, das lässt sich daheim kaum simulieren“, sagt der technische Projektleiter Steffen Scheunemann.

Er erzählt von stundenlangen Marterfahrten über Staubpisten und Schnellstraßen, bei denen der Top-Management-Kreis (TMK) um Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg den Prototypen auf den Zahn fühlt: Die Feinabstimmung von Fahrwerk und Triebstrang mit mittlerweile sieben Modi im Drive-Select-Regler, Windgeräusche, die Passung von Konsolen und Zierleisten oder die Arbeit der Klimaanlage – all das muss perfekt sein, bevor Hackenberg den Daumen hebt und in der Fabrik für den Verkaufsstart im Juni die ersten Kundenautos vom Band laufen können.

Deshalb fährt das Dickschiff 8.000 Kilometer südlich von Ingolstadt zwischen den Dickhäutern und kämpft gegen ein Vorurteil. Denn genauso wie Elefanten und Nashorn im Ernstfall alles andere als träge sind, ist auch der zunächst als Diesel mit 200 kW/272 PS oder als Benziner mit 245 kW/333 PS und immer mit drei Liter großem V6 lieferbare Q7 mit dem Generationswechsel überraschend agil geworden.

Mit 5,05 Metern Länge ist er groß wie eh und je und selbst in der zweiten von drei Sitzreihen noch entsprechend geräumig. Aber nach einer radikalen Aluminium-Diät bis zu 325 Kilogramm leichter und in der Grundversion sogar endlich unter zwei Tonnen schwer, fühlt sich der bayerische Brocken bei der ersten Ausfahrt fast schon sportlich an.

Er stürmt beim Kickdown nicht nur so vehement los wie ein Nashorn auf dem Kriegspfad, schafft den Sprint im besten Fall in 6,1 Sekunden und rennt tapfer gegen die 250er-Marke an. Vor allem wirkt er auf der Landstraße handlicher als bisher.

Er lenkt schnell und präzise ein, kratzt früher die Kurve, stemmt sich mutig gegen Schwer- und Fliehkraft und fühlt sich zwei Nummern kleiner an, als er eigentlich ist. Nicht umsonst gibt es zum sauber abgestimmten Luftfeder-Fahrwerk und der neuen Fünflenker-Hinterachse auch eine Allradlenkung.

Während der Q7 auf einer kurvigen Strecke ein völlig neues Gesicht zeigt,  bleibt er auf schnellen, breiten Straßen ganz der alte, schreitet mächtig aus und lässt große Entfernungen zu kleinen Hüpfern schmelzen: Flüsterleise, wolkenweich und rasend schnell jagt man im Q7 durch Zeit und Raum und erlebt den Geländewagen als perfekten Kilometerfresser für die oberen Zehntausend. Wer braucht da noch eine Luxuslimousine?

Genau wie die Dickhäuter in der Savanne von Namibia beweist der Q7 dabei einen langen Atem. Denn er ist nicht nur agiler und sportlicher geworden. Mit dem Gewicht ist auch der Verbrauch gesunken. Bis zu 28 Prozent hat Projektleiter Scheunemann den Motoren abgerungen und den Verbrauch beim Diesel auf 5,7 und beim Benziner auf immerhin 7,7 Liter gedrückt. Obwohl der Tank – natürlich ebenfalls mit Rücksicht auf das Gewicht – 15 Liter kleiner ist als früher, kommt der Q7 deshalb jetzt noch weiter.

Wem das an Sparsamkeit nicht reicht, der bekommt den Q7 bald auch als e-Tron mit Steckdosen-Anschluss. Für die 373 PS Systemleistung kombiniert Audi zum ersten Mal in der Serie Diesel- und Elektromotor und kommt bei 56 Kilometern Akku-Reichweite auf einen rekordverdächtigen Normverbrauch von 1,7 Litern. Da kommen selbst die Plug-In-Varianten von BWM X5 und Mercedes GLE nicht mit.

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