Erster Fahrtest im neuen BRZ
Subaru wird jetzt sportlich

Mit dem neuen BRZ schickt Subaru ein feines Sporteisen ins Rennen um die Käufergunst. Der Zwilling des Toyota GT 86 dürfte vor allem die Freunde dynamischer Fortbewegung in seinen Bann ziehen.
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Cannes/FrankreichBis dato waren viele Fahrzeuge des japanischen Autobauers Subaru angesichts ihres Allradantriebs ja eher robuste Arbeitstiere. Doch nun wollen die Japaner dieses Image ins Gegenteil verkehren – weg von Gummistiefel und Kettensäge, hin zu schlankem Fuß und Sonnenbrille. Denn mit dem neuen BRZ schiebt Subaru ein feines Sporteisen in die Startreihe im Rennen um die Käufergunst. Schließlich will die Nipponschmiede bis 2015 ihren Fahrzeugabsatz auf 900.000 Einheiten jährlich erhöhen. Und ein jugendliches Image gehört dazu.

Das neue Auto ist eine Co-Projekt mit Toyota. Dahinter verbirgt sich ein rassiges Sportcoupé für zwei Personen mit zwei Notsitzen im Fond, Frontmotor und Heckantrieb. „Boxer Rear-Wheel-Drive Zenith“ steckt hinter dem Kürzel und deutet schon das Wesen des Fahrzeugs an. Denn das wird von einem 2,0-Liter-Direkteinspritzer-Boxermotor mit vier Zylindern angetrieben, der seine 147 kW/200 PS Leistung an die Hinterräder weiterreicht.

Geduckt und mit seiner flachen Bauform, dicken Endrohren und dem Heckspoiler ganz auf Dynamik getrimmt, kauert der BRZ auf der Straße. Tief wurden die Massen des Fahrzeug angeordnet. Das sorgt für stabile Fahreigenschaften und spielerisches Handling. Dafür steht auch letztlich das Boxermotoren-Konzept - eine Entwicklung von Subaru. Das gesamte Fahrzeug wurde das Triebwerk herum konstruiert. Dabei wartet das Fahrzeug mit einem geringen Gewicht auf. Nur gut 1 200 Kilogramm bringt der Sportler auf die Waage, und die sind im Verhältnis 53:47 auf Vorder- und Hinterachse verteilt.

Den Wolf im Schafspelz zeigten erste Testfahrten in den französischen Seealpen. Die bequemen, straffen Sportsitze bieten beim Kurvenwedeln guten Seitenhalt. Und der ist auch dringend nötig, denn die verwinkelten Bergstrecken erlauben es dem ambitionierten Fahrer, den BRZ gewaltig "fliegen" zu lassen. Das Triebwerk ordentlich auf Drehzahlen gebracht, schiebt es den BRZ satt voran.

Vor der Kurve runterschalten und mit den gut dosierbaren Bremsen sauber verzögert, lässt sich der Kleine genau ums Eck zirkeln und dann wieder auf Touren zu kommen. Das stabile Fahrwerk, die präzise und recht direkte Lenkung sowie das fein regulierende ESP mit Sportmodus lassen das Angasen zur narrensicheren Übung werden.

Und der Boxer untermalt die wilde Hatz mit einem heiser-aggressiven Fauchen. Einzig die nervöse und recht ruppig schaltende Sechsgang-Automatik mit sequentiellem Schaltmodus trübt das glänzende Bild etwas. Ein echtes Sahnestück hingegen ist die manuelle Sechsgangschaltbox, die alternativ zur Wahl steht. Denn die passt mit präzisen Gangwechseln, knackig-kurzen Schaltwegen und hervorragendem Feedback deutlich besser zum Charakter des Fahrzeugs.

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Straffes Fahrwerk und gesunder Durst

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  • Von 0 auf 100 in 7,6 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 220 mit Glück 225 und das bei einem Fahrzeuggewicht von nur 1.200 kg. An welche zurückgebliebenen Kunden will Subaru das als Sportwagen verkaufen?

  • Ich wundere mich immer wieder, warum viele Kommentatoren sich über den Beschleunigungswert von 0 auf 100km/h aufregen. Der BRZ hat einen Hochdrehzahlmotor, demzufolge weniger Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen gegenüber einem typischen Turbomotor. Demzufolge wird er im unteren Geschwindigkeitsbereich (0-30..50 km/h) gegenüber einem Turbo unterlegen sein. In Geschwindigkeitsbereichen, in denen er sich mit höheren Drehzahlen bewegen lässt, könnte das durchaus anders aussehen.
    Ausserdem: Weiss jemand, wie das Getriebe ausgelegt ist? Vielleicht ist ja der 1. Gang relativ lang und ansonsten eng gestuft, damit man in den interessanten Geschwindigkeitsbereichen immer die passende Drehzahl hat.
    Dieses Auto ist wahrscheinlich nicht auf Ampelspurts optimiert, sondern auf maximalen Fahrspass auf kurvigen Landstraßen.

  • Von der Fahrdynamik kann ich mir den Wagen gut als "geschärften" MX-5 vorstellen, ich denke das handling wird ähnlich sein... und das ist beim Mx5 schon Top.
    Der Vergleich mit GTI hinkt etwas, denn aus einem hatchback wird auch mit 1000 PS und 100 GTI/S/R Aufklebern kein Sportwagen, was den Subaru BRZ von all diesen möchtegern Sprotwagen ala GTI, R, S, RS und sonstwas unterscheidet ist das Layout. Es werden die richtigen Räder angetrieben...nämlich die hinteren.

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