Eurobike
E-Bike und Lifestyle

Früher hießen sie Fahrrad mit Hilfsmotor - und wurden häufig belächelt. Doch längst hat das Elektrofahrrad sein „Reha-Image“ verloren, steigende Spritpreise und das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein lassen das Geschäft mit E-Bikes und Pedelecs boomen.

dpa FRIEDRICHSHAFEN. Früher hießen sie Fahrrad mit Hilfsmotor - und wurden häufig belächelt. Denn damit waren meist Menschen unterwegs, die für den Führerschein noch zu jung waren oder Gesundheitsprobleme hatten.

Heute heißen die Gefährte E-Bikes oder Pedelecs, ernten bewundernde Blicke und sind das "heißeste Thema in der Branche", wie es in Friedrichshafen am Bodensee vor Beginn der 18. Internationalen Eurobike (2. bis 5. September ) hieß. Die wartet mit der Rekordzahl von 1 028 Ausstellern aus 42 Ländern auf und zählt weltweit zu den wichtigsten Branchentreffs.

"Sein Reha-Image hat das Elektrofahrrad längst verloren", sagt der Branchenexperte Daniel Fikuart. Rückenwind verschafft den Rädern mit batteriegetriebenem Zusatzantrieb das wachsende Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein sowie die steigenden Spritpreise. Die Vorteile liegen auf der Hand: Manager kommen nicht verschwitzt ins Büro, haben aber etwas für ihre Fitness getan. Reiseradler bewältigen entspannt auch hügelige Strecken, und wer nicht so fit ist, wird auf der Radtour dank der elektrischen Trethilfe nicht abgehängt. Denn der kleine Elektromotor hat schon fast alle Zweirad-Gattungen erobert. Sogar müde Mountainbiker-Beine sollen dank elektrischer Unterstützung nicht schlapp machen, findet die österreichische Firma KTM und bietet das ersten E-Mountainbike an. "Die Technik passt auch gut zum Holland-Rad", findet Fikuart.

"Wir erwarten einen Boom, der vergleichbar sein wird mit dem der Mountainbikes", prophezeit der Schweizer E-Bike-Pionier Biketec. Europaweit haben die Elektro-Fahrräder zwar erst einen Marktanteil von etwa zwei Prozent. Die Branche erinnert aber daran, dass auch das Mountainbike, einst als reines Sportgerät in den USA erfunden, mal ganz klein angefangen hat, bevor es zur Erfolgsstory wurde.

E-Bikes haben nach Einschätzung des Branchenfachmanns Gunnar Fehlau sogar die Szene erobert. "Das E-Bike ist im Prenzlauer Berg angekommen", sagt er. Deshalb konzentrieren sich die Hersteller jetzt immer stärker auf das Design. Geradezu futuristische Modelle in kunterbunten Farben sind auf der Eurobike zu sehen. Speziell die Frauen hat der Hersteller Kettler als Zielgruppe im Visier. Mit einem abnehmbaren Shopping-Bag, passend zum Styling des ganzen Rades, soll die Besitzerin auch im Straßencafé oder im Büro ladylike aussehen. Für so ein schickes Gefährt muss über 2 000 Euro hingeblättert werden.

Doch die Eurobike hat noch viele andere neue Trends zu bieten. Dabei stehen mehr Komfort, immer leichtere Materialien, mehr Sicherheit, neue Raffinessen für die Technik-Freaks und hippe Biker-Mode hoch im Kurs. Stärkere Federung und Bandscheiben schonende Sättel werden ebenso angeboten wie bessere Beleuchtung. Das richtige Fahrrad-Outfit soll zugleich alltagstauglich sein. "Town Pants" mit verstellbaren Beinabschlüssen beweisen urbane Lässigkeit, findet der Hersteller Vaude. Sie lassen einen Radler auch im Café nicht wie einen Kurierfahrer aussehen. Helm-Muffel haben keine Ausrede mehr, wenn sie federleichte Modelle in modischen Farben sehen.

Und wer um das Wohlergehen seines neuen fahrbaren Untersatzes fürchtet, verschafft ihm ein stilvolles Dach über dem Kopf. Der Stadtmöbel Walter Solbach Gmbh-Metallbauer bietet eine Box zum Unterstellen an, die den klassischen amerikanischen Briefkästen nachempfunden ist.

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