Experte ist eher skeptisch
Massenhersteller setzen auf Supersportler

HB KÖLN/GELSENKIRCHEN. Supersportwagen sind Autos, die in Leistung und Optik herkömmliche Maßstäbe sprengen. Neben Herstellern wie Ferrari oder Lamborghini etwa drängen zudem auch Großserienhersteller in diese Nische.

Im Rampenlicht stand jüngst vor allem das, was man sich bei Audi zu diesem Thema ausgedacht hat: Der R8 als sportliche Krönung der Marke hatte auf dem Pariser Automobilsalon Premiere. Zu seinen Kennzeichen gehört eine zweisitzige Karosserie von sportlichem Zuschnitt, darunter ein Motor mit acht Zylindern, für den wohl auch 300 Stundenkilometer keine extreme Herausforderung darstellen.

Ganz so neu ist der 104 000 Euro teure und 309 kW/420 PS starke R8 nicht. Vielmehr hat er seine Existenz der Tatsache zu verdanken, dass zum VW-Konzern die Marke Lamborghini gehört: „Der R8 ist im Grunde eine halbe Neuheit. Man konnte Teile von Lamborghini einsetzen“, erklärt Ferdinand Dudenhöffer vom Prognoseinstitut B & D Forecasts in Gelsenkirchen.

Andere Marken können nur in Grenzen auf Bestehendes zurückgreifen. So soll BMW in München an einem Z9 arbeiten - einem Coupé mit Zehnzylinder-Motor und 500 PS. Auch wenn BMW das bestreitet, glaubt Dudenhöffer, dass es sich um mehr als ein Gerücht handelt: „BMW hat schon immer versucht, in der Oberklasse der Sportwagen mitzuspielen, aber nie den ganz großen Wurf landen können.“

Ebenfalls als offenes Geheimnis gilt ein Vorhaben bei Mercedes. Dort soll nach bisher unbestätigten Gerüchten von der Tuning-Tochter AMG ein Supersportwagen entwickelt werden, der seine Marktlücke zwischen dem SL und dem SLR von Mclaren zu finden hat.

Auch Alfa Romeo arbeitet an einem neuen Sportwagen. „Mittlerweile können wir bestätigen, dass das Auto gebaut wird“, erklärt Thomas Casper, Sprecher der Deutschlandzentrale in Frankfurt/Main. Einen Namen hat der Neue auch schon: 8C. „Das Auto wird als Coupé in kleiner Auflage gebaut werden.“ Erste Käufer werden den 331 kW/450 PS starken und etwa 150 000 teuren Wagen wohl 2008 erhalten.

Auch die Toyota-Tochter Lexus soll ein solches Auto im Programm haben. Eine Studie mit der Bezeichnung LF-A wurde bereits gezeigt. „Die Studie ist eine erste Absichtserklärung. Derzeit läuft schon die Prototypen-Erprobung“, sagt Karsten Rehmann von Toyota in Köln.

Honda will auch wieder mitspielen - obwohl der eingestellte NSX in Deutschland kaum Erfolge einfahren konnte. „Während der 15-jährigen Bauzeit wurden von 1990 bis 2005 in Deutschland 271 NSX verkauft“, sagt Honda-Sprecher David Plattner in Offenbach. Trotzdem soll es einen Nachfolger geben: Spätestens in drei bis vier Jahren soll er mit Zehnzylinder-Motor und Allradantrieb an den Start gehen.

Doch Experten gehen kaum davon aus, dass etablierte Größen wie Ferrari oder Lamborghini nennenswerte Konkurrenz bekommen. Denn während diese Marken eingefleischte Anhänger haben, könnte es die Klientel der großen Hersteller eher zu anderen Autos ziehen. „Schon vom Preis her werden solche Autos eher von 80- als von 18-jährigen gekauft werden müssen“, meint Dudenhöffer. Er geht davon aus, dass die zahlungskräftige ältere Kundschaft künftig eher starke Sporttourer als enge und harte Supersportwagen bevorzugt.

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