Eyetracker
Augen-Öffner für den Straßenverkehr

Ein von der Fraunhofer-Gesellschaft entwickeltes Assistenzsystem soll Autofahrer warnen, wenn sie drohen, in Sekundenschlaf zu fallen. Mehrere Kameras beobachten den Fahrer und erkennen, wenn er die Augen zu lange geschlossen hält.
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BERLIN. Es kann ganz schnell gehen: Mal eben nicht auf den Straßenverkehr geachtet oder für einige Sekunden eingenickt, und schon kracht es. Das Ilmenauer Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) hat jetzt ein System entwickelt, das erkennen soll, wenn ein Fahrer in einen Sekundenschlaf fällt.

Eyetracker heißt das System, das aus mindestens zwei Kameras besteht. Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Die Kameras werden beispielsweise auf dem Armaturenbrett angebracht und beobachten den Fahrer. Sie erfassen ein stereoskopisches Bild von der Lage und der Ausrichtung der Pupille.

Erkennt das System, dass der Fahrer seine Augen eine bestimmte Zeit, beispielsweise eine Sekunde lang geschlossen hält, löst es einen Alarm aus. Dabei erkennt es die Blickrichtung auch, wenn der Fahrer seinen Kopf zur Seite bewegt.

Vergleichbare Warnsysteme gibt es bereits. Der Vorteil des Eyetrackers sei jedoch, dass er sich problemlos in jedes Auto einbauen lasse, erklärt Peter Husar vom Fraunhofer IDMT. Außerdem müssten die Kameras im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen nicht auf jeden Fahrer eigens kalibriert werden, was die Handhabbarkeit erleichtere.

Da die Bildverarbeitung in den Kameras stattfindet, kommt das System ohne weitere Hardware aus. Die Kameras selbst sind nur wenige Zentimeter groß, so dass sie unauffällig im Auto angebracht werden können. Das System verfügt über eine Standard-Schnittstelle, so dass es an den Bordcomputer des Autos angeschlossen werden kann.

Außer als Assistenzsystem im Auto kann der Eyetracker auch anderweitig eingesetzt werden: in der Medizin etwa bei Augenoperationen oder in der Marktforschung. Mit Hilfe des Systems kann festgestellt werden, wohin ein Betrachter auf einem Plakat länger schaut.

Auch ein Einsatz bei Computerspielen ist denkbar: Statt mit dem Joystick soll der Spieler mit seinen Augen die Blickrichtung in einer virtuellen Umgebung ändern können.

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