Fahrbericht BMW Cabrio 330i
Viel Spaß, wenig Nutzwert

50.000 Euro für ein Auto, in das nur ein einziger Koffer passt? Für echte Cabrio-Fans ist das kein wirkliches Problem. Zumal der offene 3er-BMW mit sportlichen Stärken überzeugt.
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DüsseldorfNur die Harten kommen ins Cabrio. Deutschland und Großbritannien sind die größten Cabrio-Märkte in Europa. Wohnen hier die Harten? In diesem Jahr war Härte nicht gefordert, denn Frühjahr und Frühsommer boten ausgezeichnete Gelegenheiten, sich beim Fahren die Sonne aufs Haupt scheinen zu lassen. Wir nutzten die Zeit mit einem BMW 330i Cabrio, und das war ein Vergnügen – ganz ohne Härte.

Vielleicht mit einer Ausnahme, denn der BMW 330i hat schon eine sportlich-straffe Fahrwerksabstimmung mit auf den Weg bekommen. Die kann er allerdings auch vertragen angesichts der 272 PS aus dem immer noch so vorbildlich spontan reagierenden, seidenweich laufenden Reihen-Sechszylinder. Trotz der fast 1,8 Tonnen Leergewicht schiebt der das Cabrio in 6,7 Sekunden über die 100 km/h-Marke und verschafft ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Mit seiner schnell schaltenden Sechs-Gang-Automatik, der direkten und präzis arbeitenden elektromechanischen Lenkung lässt er sich sportlich bewegen, wobei uns die Verwindungssteifigkeit überzeugte. Kein Knistern erinnert in Kurven daran, dass Cabrio-Karossen wegen des fehlenden Dachs oft Steifigkeit vermissen lassen.

Zu diesem sportlichen Gesamteindruck passt natürlich auch der Innenraum mit seinen gut ausgeformten, vielfach – bis hin zur Oberschenkelauflage – verstellbaren Sitzen. Unterhalb der Gürtellinie unterscheidet sich das Cabrio nicht von der 3er-Limousine, zeigt also das typische edle Ambiente mit der ausgeprägten Mittelkonsole, dem breiten Mitteltunnel mit dem Wählhebel der Automatik und dem Drehrad für die Einstellung von Bordcomputer, Fahrzeugsystemen und Infotainment.

Dazu kommen klar gestaltete Rundinstrumente in der Armaturentafel, gut sortierte Bedienelemente und ein griffiges Drei-Speichen-Lederlenkrad mit Steuertasten für viele Funktionen samt Schaltpaddeln für manuelle Gangwechsel.

Auf Knopfdruck lässt das Cabrio sein dreiteiliges Blechdach unter den Verkleidungen im Kofferraum verschwinden. Damit verliert es zwar sein coupéhaftes Äußeres, aber dafür präsentiert sich das 3er-Cabrio mit seiner nun gestreckt wirkenden Karosse als eines der elegantesten seiner Klasse.

Mit dem Dach verschwindet allerdings auch der Laderaum. Unter der Abdeckung bleiben bei offenem Dach nur noch 210 Liter von den sonst 350 Litern Kofferraum übrig. Offen ist das Cabrio nur noch gut für einen Koffer und ein paar geschickt verstaute Plastiktüten.

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Viel Spaß, wenig Nutzwert

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Offen wird der 3er eher zum Zweisitzer

Kommentare zu " Fahrbericht BMW Cabrio 330i: Viel Spaß, wenig Nutzwert"

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  • Leider wurden die Diesel- und Benziner Angaben auf Seite 2 vertauscht bzw. vermischt. Das sollte eigentlich nicht passieren!

  • Nein, die Beschränkung des Kofferraumvolumens ist sicher nicht das, was echte Cabrio-Fans an diesem Auto stört. Ganz sicher aber das schwergewichtige, auch optisch wenig ansprechende Blechdach - damit ist dieses "Cabrio" für mich leider raus. Da wird unser Alpina Cabrio aus der E 46-Serie wohl der letzte BMW gewesen sein...

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