Fahrbericht: BMW R 1200 GS Rallye
Es lebe der (Gelände-)Sport

Viele Biker bewegen ihre R 1200 GS ausschließlich auf Asphalt. BMWs neue GS-Rallye-Version beherrscht diese Disziplin zwar auch, macht aber darüber hinaus im Gelände die beste Figur, die je eine Vierventil-GS abgab.

Weniger – man weiß es – ist manchmal mehr. Dann nämlich, wenn Üppigkeit geschmeidigem, leichtem Handling im Wege steht. Auf Basis dieser banalen Grundüberlegung hat BMW an der Rallye-Version seines Erfolgsmodells R 1200 GS ein paar komfortorientierte Ausstattungsdetails weggelassen und auf diese Weise die fraglos vorhandenen sportlichen Gene dieses Fahrzeugtyps schärfer zutage gefördert.

So kappte man unter anderem zwecks besseren Überblicks den voluminösen Windschild, hat den Bodenfreiheit und Gewicht kostenden Hauptständer nicht montiert und die verstellbare, zweiteilige Sitzbank durch eine dünnere und schlankere 1,75-Personen-Bank ersetzt, die dem Fahrer mehr Bewegungsfreiheit gewährt. Das Ergebnis ist ein Motorrad, das dermaßen sportiv ist, dass nicht wenige GS-Besitzer ins Grübeln kommen dürften. Zu Recht.

Erstmals in der seit 1980 währenden GS-Geschichte hat sich Projektleiter Reiner Fings Gedanken machen dürfen, wie man die fast unendlichen Möglichkeiten, die dem GS-Gedanken innewohnen, stärker spreizen kann. Heraus kam ein sauberes technisches und optisches Update für das Grundmodell R 1200 GS, dazu ist künftig ein Stylingpaket („Exclusive“) im Angebot, das optische Veredelung zum Inhalt hat.

Zusätzlich gibt es mit „Rallye“ ein weiteres Stylingpaket, das einige funktionale Details enthält, aber auch optisch seine Wirkung nicht verfehlt: Der Hauptrahmen in Codobablau uni, der Antriebsstrang in Schwarz, die einteilige Sitzbank in schwarz/weiß, goldfarben lackierte Bremssättel, Kreuzspeichenräder, der kurze (weiterhin verstellbare) Windschild Sport, dazu eine auffallende Lackierung in Lupinblau metallic samt schickem Tankdekor – die Mannen um Design-Chef Edgar Heinrich wissen, wie sie den Habenwollen-Reflex anzuheizen haben.

Die besonders gute Nachricht ist allerdings, dass BMW sich bei dieser GS-Variante nicht auf die Optik beschränkt hat. Sie lässt sich leicht mit ein paar Details noch geländegängiger machen. 300 Euro zusätzlich kostet die Sportfederung mit 2 Zentimeter längeren Federwegen (aus der GS Adventure ganz einfach zu übernehmen) samt einem längeren Seitenständer.

Wer jetzt noch Stollenräder (ab Werk aufpreisfrei) montiert, hat ein Motorrad, mit dem man über Stock und Stein „bis ans Ende der Welt“ fahren könnte. Und zwar echt schnell.

Ein Test im andalusischen Küstengebirge machte jedenfalls deutlich, dass das Offroad-Potenzial der Boxer-GS mit wenigen, konsequent eingesetzten Mitteln deutlich steigerbar ist. Unter den Helmen der Probanden wurde das Grinsen halbstündlich breiter.

Das Fahren im Stehen (auf den breiteren Enduro-Fußrasten) fällt deutlich leichter, die Kontrolle des schlingernden Fahrzeugs mittels Gasgriff ebenso, wenn das Fahrprogramm „Enduro Pro“ angewählt und die Traktionskontrolle deaktiviert ist.

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